BILD Interview mit Dr. Edmund Stoiber

BILD: Herr Dr. Stoiber, Sie werden Chef des neuen Beirats von ProSiebenSat.1. Wie kam es dazu?

Alt-Ministerpräsident Dr. Edmund Stoiber (69): „Ich befasse mich seit 35 Jahren mit Medienpolitik. Da werde ich häufig gefragt, ob ich bereit bin, mich einzubringen. So war es hier auch. Der neue Unternehmenschef Thomas Ebeling hat mich angesprochen.“

BILD: Wie groß soll der Beirat werden?

Stoiber: „Ich gehe von sechs, sieben Personen aus.“

BILD: Haben Sie schon Namen?

Stoiber: „Namen will ich noch keine nennen, aber ich denke weniger an Repräsentanten aus Wirtschaft und Politik sondern mehr aus Kunst, Kultur, Wissenschaft und Sport. Ich möchte auch Frauen dabei haben und jüngere Leute.“

BILD: Bayern-Präsident Uli Hoeneß?

Stoiber (lacht): „Natürlich, wenn er nicht schon so beschäftigt wäre…“

BILD: Wann soll der Beirat stehen?

Stoiber: „Im Laufe der nächsten zwei Monate.“

BILD: Ist Ihr Engagement zeitlich begrenzt?

Stoiber: „Ich denke erst mal an drei bis fünf Jahre, um den Beirat zu etablieren. Es geht nicht nur um das Gespräch mit dem Vorstand, wir mischen uns auch in die öffentliche Debatte zur Medienpolitik ein.“

BILD: Den Vorstand von ProSiebenSat.1 berät Ihr Gremium „in wichtigen gesellschafts- und medienpolitischen Fragen.“ Was verstehen Sie darunter?

Stoiber: „Es geht etwa darum, junge Leute zu erreichen. Das schaffen die privaten Medien weitaus mehr als die öffentlich-rechtlichen. Die Privaten haben auch die Aufgabe, junge Menschen an unsere Demokratie heranzuführen, ihnen etwa vor Augen zu führen, wie wichtig Werte wie Toleranz oder Gleichberechtigung sind.“

BILD: Wie?

Stoiber: „Nicht nur mit politischen Magazinen. Das muss auch in Formaten wie DSDS oder „Schlag den Raab“ gehen, die Millionen junger Menschen sehen, die die Öffentlich-Rechtlichen niemals erreichen.“

BILD: Wie oft tagt der Beirat?

Stoiber: „Nach Bedarf, mindestens einmal im Vierteljahr.“

BILD: Ist es, wie Ihr EU-Job, ehrenamtlich?

Stoiber (schmunzelt): „Es ist ein bisschen mehr als ein ehrenamtlicher Job…“

BILD: Sie sind weiter EU-Chef-Entbürokratisierer. Schaffen Sie beides?

Stoiber: „Das schaffe ich.“

BILD: Sie werden bald 70. Schreiben Sie Ihre Memoiren?

Stoiber: „Dazu habe ich mich in der Tat überreden lassen. Nächstes Jahr werde ich zusammenstellen: Was habe ich erlebt? Wie sehe ich die Gegenwart und vor allem auch die Zukunft?“

BILD: Wann erscheint das Buch?

Stoiber: „Das steht noch nicht genau fest. Möglicherweise Ende nächsten Jahres.“

BILD: Herr Stoiber, zum FC Bayern: Was erwarten Sie sich von der neuen Saison?

Stoiber: „Wir haben jetzt den Trainer, der am besten zum FC Bayern passt. Er ist ein großartiger Fußballlehrer und ein toller Mensch. Die Stimmungslage ist völlig anders als gestern und vorgestern. Ich gehe davon aus, dass wir eine großartige Saison spielen!“

BILD: Das heißt?

Stoiber: „Klare Ansage: Wir wollen alles tun, wieder Deutscher Meister zu werden. Und nach dem Bestehen der Champions-League-Qualifikation muss es das Ziel sein, ins Endspiel zu kommen. Schließlich findet das in München statt.“

Quelle: http://www.bild.de/regional/muenchen/edmund-stoiber/kuendigt-an-ich-schreibe-ein-buch-18785570.bild.html