Archiv für den Monat: Januar 2013

Stoibers leidenschaftliches Euro-Plädoyer

Haimhausen – Der Ex-Ministerpräsident hat in Haimhausen einen großen Auftritt und geht mit Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger scharf ins Gericht.

Der Neujahrsempfang der Haimhauser CSU hat sich in den letzten Jahren zum politischen Großereignis entwickelt. Dank Bernhard Seidenath, der die politische Prominenz in seine Gemeinde lockt. Offenbar nicht nur mit Charme, sondern auch mit Hartnäckigkeit: „Er hat mich immer wieder gefragt, ob ich kommen und erst Ruhe gegeben, als ich zugesagt hatte“, gestand am Freitag schmunzelnd Edmund Stoiber, der heuer den Stargast gab. Der Alt-Ministerpräsident zieht nach wie vor: Der Saal in der Bavarian International School war brechend voll. Und die vielen Gäste kamen auf voll ihre Kosten: Stoiber hielt ein leidenschaftliches Plädoyer für die Rettung der Euro-Zone – inklusive Griechenland und den anderen Krisenländern. Gleichzeitig griff der frühere EU-Skeptiker den Freie-Wähler-Vorsitzenden Hubert Aiwanger heftig an: Dessen EU-Kritik nannte er „unverantwortlich und populistisch“. Auch gegen seinen Parteifreund Peter Gauweiler schoss Stoiber scharf – Gauweiler hatte bekanntlich vor dem Bundesverfassungsgericht gegen den Euro-Rettungsschirm geklagt: „Sich im Bierzelt den Beifall abzuholen, ist eine simple Angelegenheit, wenn man weiß, wie es geht; aber in der gegenwärtigen Situation passt das nicht.“ Viel Lob hatte der langjährige CSU-Chef für die Sozialdemokraten übrig: „Die SPD hat sich in der Eurokrise als verantwortungsbewusste Opposition erwiesen und den Kurs von Frau Merkel in jedem Step mitgetragen.“ Genau deswegen werde es für die Genossen schwer werden, die Kanzlerin im Wahlkampf zu kritisieren. Auch Peer Steinbrück kam bei Stoiber gut weg: Er habe den SPD-Kanzlerkandidaten als intelligenten Kollegen schätzen gelernt; manches was Steinbrück nun widerfahre, sei ungerecht, so Stoiber weiter. Dann setzte er hinzu: „Mit den Fettnäpfchen habe ich meine eigenen Erfahrungen gemacht.“ Gelächter im Publikum. Seidenath bezeichnete Stoiber als „Homo politicus par excellence“: „Sie brennen nach wie vor für das öffentliche Wohl.“ Haimhausens Rathauschef Peter Felbermeier hatte zuvor in seinem humorvollen Grußwort das Lob der Sachpolitik gesungen, die keine Parteigrenzen kennt, aber auch klar bekannt: „Ich bin und bleibe ein Schwarzer.“

Quelle: http://www.dachauer-rundschau.de/lokales/dachau/neujahrsempfang-haimhauser-edmund-stoiber-2713136.html