Archiv für den Monat: Juni 2013

Dr. Edmund Stoiber: „Ich übernehme keine Schulden…“

Aus der Veranstaltungsreihe „Stoiber im Gespräch“

Europa – ein freundliches Altersheim?“, fragte Dr. Wolfram Weimar bei „Stoiber im Gespräch“ in der Erdinger Stadthalle. Möglicherweise ist der Satz eines Tages nur zu wahr, um ihn heute als provokante These abzutun. Auch in der voll besetzten Stadthalle fehlte junges Publikum. Nicht gänzlich, aber im Verhältnis gesehen.

Dr. Edmund Stoiber ist zu Gast in Erding und im Gespräch mit Dr. Wolfram Weimer, ehemaliger Leiter zahlreicher Zeitungen und Magazine in Deutschland wie der „Welt“, „Cicero“ oder „Fokus“, der an diesem Mittwochabend die Moderation führt. Gerade geht es darum, wie Europa in der Zukunft im Vergleich zu anderen ökonomisch dominanten Nationen wie USA oder Asien dastehen wird im Sinne von „Die Menschheit wächst weiter, die Europäer werden weniger“. Wenn also Europa rückläufig und somit auch das demokratische Denken weniger wird.
Bisher war Demokratie mit wirtschaftlicher Stärke verbunden. Was, wenn es künftig mehr wirtschaftliche Stärke ohne Demokratie geben würde? Wie würde sich die Welt weiter entwickeln in einer nichtdemokratischen Gesellschaft? So Stoibers Ausführungen auf Weimer´s Frage, worum es rückblickend im Wahlkampf 2013 gegangen sein wird, mit dem Resümee Weimers: „Deutschland muss bürgerlich in der Spur bleiben.“
Sorge macht in diesem Zusammenhang, dass ein Drittel der Bürger nicht zur Wahl geht, wie kürzlich ein von Pro7 und SAT1 in Auftrag gegebene Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung zum Wahlverhalten ergeben hat. Nichtwählen gefährdet die Demokratie. Und so braucht es nach Stoiber Wahlkämpfe, um den Wähler zu überzeugen, dass es um etwas geht.
Die Fragen aus dem Publikum berühren Themen wie die Bildungspolitik oder das Kruzifix in den Schulen, deren Antworten aber auch an diesem Abend keine bewegend neuen Erkenntnisse bringen. Wohingegen die Frage der Landtagskandidatin Ulrike Scharf nach einer Geldumverteilung, um mehr gemeinsame Wettbewerbsfähigkeit in Europa zu ermöglichen, Stoibers Leidenschaft auf den Plan ruft. „Ich übernehme keine Schulden, die ich nicht verursacht habe. Italien, Spanien oder Griechenland müssen wettbewerbsfähiger werden und mehr in Fortschritt und in ihre jungen Menschen investieren.“
Schon damals in der Debatte um den Euro, habe er, Stoiber, die Meinung vertreten dass ein „Club Med“ die Währungsstabilität nicht würde wahren können. Und er warnt in diesem Zusammenhang vor dem Schnüren von Eurobonds.
Weimers Abschlussworte betiteln den Abend als außergewöhnlich angenehm und reich an geistigen Facetten, womit er dem in Worten und Gesten gänzlich aufgetauten und auf die Zuhörer sehr lebendig und authentisch wirkenden Ministerpräsidenten a.D. dem Publikumsapplaus nach zu schließen mehr als gerecht wird.

Autor: Claudia Kruppa

Quelle: http://www.wochenblatt.de/nachrichten/erding/ueberregionales/Dr-Edmund-Stoiber-Ich-uebernehme-keine-Schulden-;art5566,185836

„Geh Wählen!“: ProSiebenSat.1 startet Kampagne und Programmoffensive zur Bundestagswahl 2013

– Sendergruppe verdoppelt Berichterstattung zur Bundestagswahl

-ProSiebenSat.1 veranstaltet heute „Symposium zur Wählermobilisierung“ in Berlin mit Dr. Edmund Stoiber und Franz Müntefering

München, 27. Juni 2013. „Geh Wählen!“ Mit diesem Aufruf startet ProSiebenSat.1 in die Berichterstattung zur Bundestagswahl 2013. Mit einer aufmerksamkeitsstarken Kampagne richtet sich die TV-Gruppe an alle Wahlberechtigten in Deutschland und ruft vor allem junge Menschen zur Wahl sowie zur aktiven Beteiligung an unserer Demokratie auf. Zusätzlich berichten SAT.1, ProSieben, kabel eins, sixx und Sat.1 Gold in Nachrichten, Magazinen, Shows und Polittalks umfangreich zum Superwahljahr 2013. Damit wird die Gruppe ihre Berichterstattung gegenüber 2009 mehr als verdoppeln.

Zur Wahl 2013 hat ProSiebenSat.1 – auf Anregung des Beirats unter Vorsitz von Dr. Edmund Stoiber – das ProSieben-Format „Task Force Berlin“ entwickelt, das junge Menschen zielgruppengerecht an politische Themen heranführt. ProSiebenSat.1 stellt das Format heute auf seinem „Symposium zur Wählermobilisierung“ in Berlin vor. Daran nehmen unter anderem Dr. Edmund Stoiber (Vorsitzender ProSiebenSat.1-Beirat), Franz Müntefering (MdB SPD), Thomas Ebeling (Vorstandsvorsitzender ProSiebenSat.1 Media AG) sowie Wahlforscher Prof. Manfred Güllner vom Forschungsinstitut forsa teil.

ProSiebenSat.1 hat bereits im Februar 2013 in Zusammenarbeit mit forsa die erste umfangreiche Nichtwählerstudie vorgelegt. Das Ergebnis: Erstmals seit Gründung der Bundesrepublik Deutschland droht die Wahlbeteiligung auf unter 70 Prozent zu rutschen. Die Studie zeigt aber auch, wie wichtige Akteure – Politiker und Journalisten – die Initiative ergreifen und Nichtwähler zurückgewinnen können. Die ProSiebenSat.1 Group nutzt die Reichweite ihrer TV-Sender und Digitalmedien konsequent, um hier einen wesentlichen Beitrag zu leisten.

Dr. Edmund Stoiber, ProSiebenSat.1-Beiratsvorsitzender: „Demokratie ist kein Selbstläufer, sie braucht engagierte Mitmacher. Die seit Jahren steigende Wahlverweigerung muss jeden leidenschaftlichen Demokraten beunruhigen. Gerade junge Leute müssen wir verstärkt erreichen und ihnen auch in ihrer Sprache deutlich machen, dass allein mit Privatleben ihre Probleme nicht zu lösen sind. Deshalb ist es so wichtig, dass auch ein privates Medienunternehmen wie ProSiebenSat.1 mit seiner „Geh Wählen!“ Kampagne Flagge für die Demokratie zeigt.“

Thomas Ebeling, Vorstandsvorsitzender der ProSiebenSat.1 Group: „Wir erreichen mit unseren TV-Sendern in Deutschland jeden Tag über 40 Millionen Menschen. Gleichzeitig sind wir davon überzeugt, dass es als Medienkonzern unsere Aufgabe ist, die demokratische Gesellschaft in Deutschland zu stärken. Das können wir, indem wir vor allem junge Menschen auch für vermeintlich schwierige Themen wie Umweltschutz, Toleranz oder eben auch Politik begeistern. Wir sprechen die Sprache junger Menschen und kennen ihre Lebenswelten. Mit unseren TV-Formaten erreichen wir Zuschauer, die zur Sprache der Politik oftmals keinen Zugang mehr haben. Damit bauen wir Brücken.“

Prof. Manfred Güllner, Geschäftsführer forsa: „Die meisten Nichtwähler in Deutschland sind ‚Wähler auf Urlaub‘, weil sie mit der Art und Weise, wie derzeit Politik betrieben wird, nicht zufrieden sind. Wenn diese Unzufriedenheit reduziert werden könnte, könnten also aus jetzigen Nichtwählern wieder Wähler werden. Hier müssen Medien und Politik die Initiative ergreifen.“

Programme und Kampagne der ProSiebenSat.1 Group zur Wahl 2013

„Task Force Berlin“ In dem ProSieben-Format „Task Force Berlin“ zeigt der deutsche Reggae-Musiker „Gentleman“ jungen Zuschauern, dass Politik konkret mit ihrem Leben zu tun hat. Gemeinsam mit der Star-Choreografin Nikeata Thompson („Got to Dance“), der Moderatorin Rebecca Mir („taff“) sowie der Schauspielerin Sophia Thomalla sammelt er Fragen, Ideen, Sorgen und Wünsche bei Zuschauern und konfrontiert Politiker aus der ersten Riege damit. Mit dabei sind unter anderem Bundesumweltminister Peter Altmaier, Bundesfamilienministerin Kristina Schröder, Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr sowie Entwicklungsminister Dirk Niebel. „Task Force Berlin“ holt Jungwähler dort ab, wo sie stehen – und gibt ihnen eine Stimme. Das Format entstand in Zusammenarbeit mit der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung und wurde speziell für das Superwahljahr 2013 entwickelt. ProSieben zeigt zwischen dem 26. und 29. August insgesamt vier Folgen von „Task Force Berlin“.

„TV total Bundestagswahl 2013“ Am 21. September 2013 – dem Vorabend zur Bundestagswahl – gibt es auf ProSieben Politik zur Prime Time: ProSieben-Moderator Stefan Raab ruft sein Publikum ab 20.15 Uhr erneut zur Probeabstimmung auf. Die Ergebnisse seiner „TV total Bundestagswahl“ lagen bei den beiden letzten Bundestagswahlen zum Teil näher am tatsächlichen Abstimmungsergebnis als die Prognosen der großen Wahlforschungsinstitute. Mit einem Marktanteil von 24,7 Prozent bei den 14- bis 29-Jährigen war die „TV total Bundestagswahl 2009“ die erfolgreichste Wahlsendung für junge Menschen.

TV-Duell

Drei Wochen vor der Wahl gibt es zur Meinungsbildung bei Jungwählern eine Premiere auf ProSieben: Der TV-Sender zeigt zum ersten Mal live das TV-Duell Bundeskanzler(in) gegen Herausforderer. Den mit Spannung erwarteten verbalen Schlagabtausch zwischen Angela Merkel und Peer Steinbrück moderiert unter anderem Stefan Raab – am Sonntag, den 1. September 2013, ab 20.15 Uhr. Im Anschluss zeigt ProSieben eine ausführliche Analyse des TV-Duells.

„Absolute Mehrheit“ Stefan Raab ist es mit „Absolute Mehrheit – Meinung muss sich wieder lohnen“ erfolgreich gelungen, politische Themen in die junge Zielgruppe zu transportieren und für diese relevant zu machen. Die nächste Ausgabe des erfolgreichsten Polittalks beim jungen Publikum zeigt ProSieben im Vorfeld der Wahl.

Berichterstattung zur Wahl in zahlreichen Magazinen und Polittalks Darüber hinaus wird die ProSiebenSat.1 Group in fast all ihren Magazinen und politischen Talks zur Wahl sowie über politische Themen berichten. Der SAT.1-Polittalk „Eins gegen Eins“ mit Claus Strunz, „Galileo Spezial“, Sommer-Interviews von SAT.1-Anchor Marc Bator mit Spitzen-Politikern sowie „Abenteuer Leben Spezial“ sind weitere Bausteine der ProSiebenSat.1-Programmoffensive. Themenschwerpunkte bei „Galileo“, „taff“ und im „SAT.1-Frühstücksfernsehen“ werden die Berichterstattung vervollständigen.

Medienübergreifende Kampagne „Geh Wählen!“ Mit der großen, medienübergreifenden Kampagne „Geh Wählen!“ nimmt ProSiebenSat.1 seine gesellschaftliche Verpflichtung wahr, sich für eine höhere Wahlbeteiligung einzusetzen. Ab 18. August rufen Spots auf den Sendern SAT.1, ProSieben, kabel eins, sixx und SAT.1 Gold vor allem die potenziellen Jungwähler zur Stimmabgabe auf. Zudem gibt es eine eigene Internetseite sowie eine App. Die TV-Gruppe stellt für die Kampagne ein Mediavolumen in Höhe von mehreren Millionen Euro zur Verfügung. Bereits zur Bundestagswahl 2009 hatte ProSiebenSat.1 eine große „Geh Wählen!“-Kampagne initiiert und konnte damit vor allem Jungwähler zum Urnengang bewegen. Bei den 18- bis 29-Jährigen, die die Kampagne kannten, fiel die Wahlbeteiligung um knapp acht Prozent höher aus als bei denjenigen, die die Kampagne nicht gesehen hatten.

Die „Geh Wählen!“-Kampagne und viele Programminhalte zur Wahl verlängert ProSiebenSat.1 konsequent ins Internet sowie in die sozialen Netzwerke. Darüber sollen möglichst viele User dazu animiert werden, ihrerseits aktiv zum Wählen aufzurufen.

Quelle: http://www.prosieben.com/de/presse/pressemeldungen/presse-lounge/prosiebensat1-media-ag/2013/6/„geh-waehlen!“-prosiebensat1-startet-kampagne-und-programmoffensive-zur-bundestagswahl-2013

Stoiber in Erding

Das blonde Fallbeil ist sanftmütig geworden

Erding – 2007 wurde er aus dem Amt gedrängt. Heute gilt er vielen in der CSU wieder als Hoffnungsträger. Am Mittwoch hielt er in der Stadthalle Hof. Dabei wurde deutlich: Edmund Stoiber ist gelassener geworden, doch sein Feuer brennt weiter.

Würden Wahlen nach der Kunst der Inszenierung entschieden, wäre der CSU die absolute Mehrheit sicher. Im Rahmen seiner Wahlkampfreise unter dem Motto „Stoiber im Gespräch“ kam der Ex-Ministerpräsident und heutige EU-Entbürokratisierer am Mittwochabend in die Stadthalle. Schon am Eingang wurden die rund 300 Besucher – unter ihnen die neue CSU-Fraktionsvorsitzende im Landtag, Christa Stewens – von riesigen C-S-U-Lettern empfangen. In der Halle – alles im Parteigewande. Sogar die Bierfilze waren von der CSU – natürlich mit Beitrittserklärung auf der Rückseite.

Im Vergleich zu früher ist Stoiber pünktlicher geworden. Nur einer Viertelstunde kommt er zu spät – in seiner aktiven Zeit waren es regelmäßig 45 Minuten und mehr. Im Foyer ratscht er erst mit den Gastgebern: Kreisvorsitzendem Martin Bayerstorfer, den Landtagskandidaten Ulrike Scharf und Thomas Schreder sowie den Bezirkstagsbewerbern Franz Hofstetter und Karin Dürr.

Unter Applaus – aber ohne den sonst üblichen Defiliermarsch – zieht der 71-Jährige in die Stadthalle ein. Vorne steht auf einer eigens aufgebauten Bühne kein Rednerpult. Stattdessen warten zwei schwarze Ledersessel auf Stoiber und den Moderator des Gesprächs, den Politikjournalisten Wolfram Weimer.

Der einstige Chefredakteur von Welt, Focus und Cicero hat seine beruflich empfehlenswerte Überparteilichkeit an der Garderobe abgegeben und bekennt sich als flammender Stoiber-Fan. „Ich habe schon vor Jahren kommentiert, dass der Stoiber besser ist als Angela Merkel“, ruft er in den Saal. Weitere Ehrerbietungen gipfeln in dem Vergleich: „Es gibt in der deutschen Politik nur zwei elder Statesman – Helmut Schmidt und Edmund Stoiber.“

Das ist selbst dem Hochgelobten fast ein wenig zu viel des Guten. Er berichtet lieber von „35 Jahren in der Spitzenpolitik, von denen man nicht so leicht loslassen kann – das Aufhören ist das Schwierigste“. Er habe viel Zeit und Kraft in diesen Beruf gesteckt. „Da muss man froh sein, wenn man gesundheitlich gut rauskommt.“ Er sei froh, zu den Wenigen zu gehören, „die danach ein anderes Leben anfangen konnten“, so Stoiber mit Verweis auf sein Ehrenamt in Brüssel und seine Familie mit drei Kindern und fünf Enkeln.

Weimer versuchte, dem Publikum Stoiber als Mensch nahezubringen. Fast detailversessen stellte er Fragen nach dem legendären Wolfratshauser Frühstück 2002, bei dem Merkel dem CSU-Chef die Kanzlerkandidatur überließ. Das alles steht freilich ausführlich in Stoibers Autobiografie.

Ein wenig unvorbereitet wirkt Weimer auch, als er fragt, ob sich Stoiber das Amt des Bundespräsidenten vorstellen könne. Stoiber schaut verdutzt und weist dann süffisant darauf hin, „dass es ich es statt Horst Köhler hätte werden können“. Für sich selbst stellt der 71-Jährige klar: „Ein Rückkehr in die aktive Politik gibt es nicht.“

An den Wahlkämpfen der heutigen Zeit missfällt Stoiber der Fokus auf einen möglichst hohen Unterhaltungswert und die Suche nach Konfliktpotenzial. „Die Gesellschaft ist konsensorientierter geworden, die großen Schlachten der 70er und 80er Jahre sind geschlagen“.

Zum Schluss fragt ihn Weimer, wie die Wahlen im Herbst ausgehen. Stoiber ist zuversichtlich – was sonst!? „Die FDP wird stärker sein als in den Umfragen. Also kann Schwarz-Gelb in Berlin fortgesetzt werden.“ Was das Land betrifft, „kann ich mir gut vorstellen, dass einmal mehr keiner gegen die CSU regieren kann“.

Hans Moritz

Quelle: http://www.merkur-online.de/lokales/erding/stoiber-erding-blonde-fallbeil-sanftmuetig-geworden-2977465.html