Archiv für den Monat: Oktober 2015

Stoiber warnt vor «Entgrenzung Deutschlands und Europas»

Bad Saulgau (dpa/lsw)  Der frühere bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) hat angesichts der Flüchtlingskrise vor «einer Art Entgrenzung» Deutschlands und Europas gewarnt. Er halte es für «unmöglich», dass die Bundesrepublik und die Europäische Union gegenwärtig

nicht wüssten, «wer zu uns kommt und wie viele zu uns kommen», sagte Stoiber am Samstag beim Landestag der Jungen Union Baden-Württembergs in Bad Saulgau (Kreis Sigmaringen). «Der Staat muss nicht nur das Staatsgebiet kennen. Er muss auch die Menschen, das Staatsvolk, und alles, was dazu gehört, kennen.»

Die Stimmung in der Bevölkerung kippe, sagte Stoiber vor rund 200 applaudierenden Delegierten. «Egal, welche Umfrage man nimmt, die große Mehrheit der Deutschen sieht die Belastungsgrenze erreicht.» Er sei ein Anhänger der Einheit der Union, sagte Stoiber. «Aber wir können das alleine gegen den Widerstand und die Gleichgültigkeit der anderen Länder nicht wuppen. Und wenn wir das versuchen, werden wir traurig aufwachen.»

Der CSU-Ehrenvorsitzende brachte zudem den Begriff «Deutsche Leitkultur» in die Debatte ein. «Wir müssen doch wissen, wer wir sind», sagte er. Den Menschen, die nach Deutschland kämen und vielleicht aus einer anderen Sozialisation stammten, müsse man sagen: «Wer in diesem Land leben will, der kann den Streit nicht mit Fäusten austragen. Der muss sich an die Spielregeln halten.»

Quelle: http://www.stimme.de/suedwesten/nachrichten/pl/Parteien-Migration-Fluechtlinge-CDU-JU-Stoiber-warnt-vor-Entgrenzung-Deutschlands-und-Europas;art19070,3482117

Edmund Stoiber bei Einheitsfeier in Sonneberg umjubelt

von OLIVER SCHMIDT
Edmund Stoiber (CSU), der im proppenvollen Festzelt in Sonneberg frenetisch bejubelt wurde, betonte zunächst, dass er speziell mit dem Raum Coburg/Sonneberg sehr viele Erinnerungen an den Mauerfall und die Deutsche Einheit. Am 12. November 1989 war’s, als der Grenzübergang Gebrannte Brücke geöffnet wurde – und Stoiber, damals bayerischer Innenminister, spontan vorbeikam und mitfeierte. „Die Stimmung war euphorisch und ergreifend – das werde ich nie vergessen“, bekannte Stoiber.

Stoiber zog, was das Gelingen des Vereinigungsprozesses betrifft, eine positive Bilanz. „Ich kenne Leipzig, Dresden oder auch Erfurt noch aus den 1970er und 1980er Jahren“, sagte Stoiber. „Und wenn ich mir diese Städte heute anschaue, geht mir das Herz auf!“

Ähnlich emotional erinnerte sich die Sonneberger Landrätin Christine Zitzmann (CDU) an die Wendejahre. Und mit Blick auf den 3. Oktober sagte sie: „Das ist unser Tag! Ich habe Gänsehaut, mein Herz ist voll.“

Edmund Stoiber skizzierte zwar auch auf, welche Verdienste sich damals Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) erworben habe und dafür jetzt eigentlich auch mal den Friedensnobelpreis bekommen sollte, er stellte aber auch klipp und klar fest: „Viele Menschen haben Anteil an der Überwindung der deutschen Teilung. Der tiefe Dank gilt der Bürgerrechtsbewegung und den mutigen Menschen in der DDR.“

Stoibers Rede wurde immer wieder von spontanem und zum Teil sogar frenetischem Beifall unterbrochen. Etwa auch an der Stelle, an der er sagte: „Die DDR war ein Unrechtsstaat – ja was denn sonst?“

Am Ende ergriff noch einmal Christine Zitzmann das Wort. Sie stellte fest: „Wir sind zusammengewachsen, weil wir schon immer zusammengehört haben. Wir sind eine Region!“

Der gut 45-minütige Festakt war aber nur ein kleiner Teil der Einheitsfeier in Sonneberg. Den ganzen Tag über gab es in der gesamten Innenstadt viel zu sehen, zu erleben und zu entdecken. An zahlreichen Infoständen wurde deutlich, was diese „eine Region“ alles zu bieten hat.

Die Feier dauert bis in den späten Abend an.

Quelle: http://www.infranken.de/regional/coburg/Edmund-Stoiber-bei-Einheitsfeier-in-Sonneberg-umjubelt;art214,1270297