Edmund Stoiber zum Tod von Heiner Geißler:

„Mit tiefer Betroffenheit und Trauer habe ich vom Tod meines langjährigen politischen Kollegen Heiner Geißler erfahren. Als Generalsekretär zwischen 1977 und 1989 hat er der CDU als soziale Volkspartei bis heute seinen Stempel aufgedrückt, z.B. durch seinen Debattenanstoß zur „Neuen Sozialen Frage“. Er verstand sich als das programmatische und soziale Gewissen der CDU. Heiner Geißler war ein großer Kämpfer und hat in seiner Zeit die politische Diskussion in jeder Beziehung geprägt.

Zwischen 1978 und 1983 haben Heiner Geißler und ich gemeinsam unsere Parteien als Generalsekretäre durch die stürmische Zeit der bürgerlich-konservativen „Wende“ gesteuert. Mit seiner Konfliktfähigkeit und Wortgewalt war Heiner Geißler für die CSU immer eine große Herausforderung, aber zugleich auch Partner. Seine oft kantigen Einwürfe und die zwischen den Schwesterparteien manchmal auch kontrovers verlaufenden Debatten konnten aber immer im Geiste der Gemeinsamkeit bewältigt werden. So hat Heiner Geißler die Kanzlerkandidatur von Franz Josef Strauß 1980 trotz aller anfänglichen Widerstände aus der CDU später loyal unterstützt.

In seinen späteren Lebensjahren war er auch für seine CDU gerade in wirtschaftspolitischen Fragen eine Herausforderung. Aber auch in dieser Zeit sind wir in Verbindung geblieben.

Keiner hat das Amt des Generalsekretärs so gelebt wie Heiner Geißler. Er verstand sich immer, wie er mir öfter gesagt hat, als geschäftsführender Vorsitzender der CDU. In diesen schweren Stunden gilt mein Mitgefühl besonders seiner Familie.“