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Stoiber bei Jauch zur Flüchtlingskrise: „Ungeordnet wie noch nie“

Berlin – Bei Günther Jauch hat der ehemalige bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber die Hoffnung, dass die Transitzonen in Deutschland die Ordnung wieder herstellen.

Am Sonntagabend ist bei Günther Jauch in der ARD – mal wieder – die Flüchtlingsproblematik DAS Thema gewesen. Zu Gast war in dieser Sendung: Ex-CSU-Ministerpräsident Edmund Stoiber, der sich vor allem um die Gemeinschaft der EU sorgte. „Europa könnte an der Flüchtlingskrise zerbrechen“, warnte Stoiber eindringlich. Vom Unions-Papier, das Transitzonen vorsieht, erhofft er sich zumindest eine Übergangslösung. Denn: „So ungeordnet wie jetzt war es in Deutschland noch nie“, erkennt der ehemalige CSU-Chef.

Ebenfalls bei Jauch war Stoibers früherer Politikberater Michael Spreng. Er hat einen Vorschlag, wie die Gemüter der Bürger besänftigt werden können: Die Bundesregierung solle deutlich machen, dass die Renten und Sozialleistungen aufgrund der Flüchtlingsproblematik nicht angetastet werden. „Das würde viele beruhigen“, ist Spreng der Ansicht.

CDU-Vize Julia Klöckner feiert das Unions-Papier – verständlich – als Erfolg. Das langfristige Ziel sei es, mit Hilfe der Transitzonen das Dublin-Abkommen wieder durchzusetzen. Der vierte Gast in der Runde, Journalist Abdul Karim, glaubt nicht, dass das funktionieren wird. „Wie haben Sie sich das vorgestellt? Davon wird sich kein Flüchtling aufhalten lassen“, behauptet er. „Dann kommen sie eben über die grüne Grenze.“ Auch Spreng bezweifelt einen Erfolg. Wenn das wirklich so beschlossen werde, „dann dürfte in Bayern kein einziger Flüchtling rein gelassen werden, weil die alle aus Österreich kommen.“ Die Folge: Es kommt zu einer Abschiebekette nach Slowenien, Kroatien bis an die EU-Außengrenzen.

Der SPD-Bundesvorsitzende Ralf Stegner, der live zugeschaltet war, lehnte den Vorschlag von CDU und CSUmit deutlichen Worten ab: „Die Transitzonen sind im Grunde Haftlager. Das sind Schikanen, die rechtlich auch zweifelhaft sind.“ Allerdings ist eine rasche Lösung enorm wichtig. „Wir brauchen hauptamtliche Kräfte auf Seiten des Bundes. Ich habe der Frau Bundeskanzlerin dargestellt, dass ich nicht alleine für die Sicherheit aller Flüchtlinge sorgen kann“, forderte beispielsweise der ebenfalls zugeschaltete Passauer Landrat Franz Mayer.

Quelle: http://www.merkur.de/politik/fluechtlingskrise-ard-edmund-stoiber-guenther-jauch-fordert-transitzonen-5735818.html

Griechen-Talk bei Günther Jauch

Tsipras-Berater geht auf Stoiber los

Werden sie sich einigen? Oder doch nicht? Die Drähte zwischen Athen, Brüssel und Berlin laufen heiß. Am Dienstag ist Stichtag, dann droht Griechenland die Staatspleite.

Nicht unwahrscheinlich, dass damit Griechenland aus dem Euro fliegt. Natürlich drehte sich am Sonntagabend bei Günther Jauch alles um dieses Thema. Jauchs Talk-Motto: „Showdown im Schuldenstreit – was wird aus Griechenland?“

Das war der Talkshow-Sonntag im TV:

►DIE GÄSTE

• Edmund Stoiber, ehemaliger Ministerpräsident Bayerns
• Klaus Regling, Geschäftsführender Direktor ESM und EFSF
• Anja Kohl, ARD-Börsenexpertin
• Theodoros Paraskevopoulos, Berater der griechischen Regierung

►DA GING’S ZUR SACHE

Bei fast jeder Frage im Fokus, immer mittendrin: Tsipras-Berater Theodoros Paraskevopoulos. Der Syriza-Politiker fällt den anderen Talk-Gästen ins Wort, unterbricht, diskutiert.

Wirklich ernst wirkt Paraskevopoulos dabei nicht. Immer wieder kommentiert er andere Aussagen mit ironischem Unterton oder schießt etwas übers Ziel hinaus. Den ARD-Brennpunkt zum Griechenland-Thema am Sonntagabend nennt er eine „Propaganda-Sendung“. Den europäischen Staats- und Regierungschefs unterstellt er, nicht entscheidungsfreudig zu sein, sondern sich hinter Beamten zu verstecken.

Kaum einer kann ausreden. Besonders mit CSU-Mann Edmund Stoiber gerät der Grieche immer wieder aneinander.

Paraskevopoulos unterbricht Stoiber immer wieder. Der schreit irgendwann beinahe: „Was meinen Sie, wenn in Deutschland heute so eine Volksabstimmung wäre. Es geht um die deutschen Steuerzahler – auch um die Haftung. Europa braucht mehr als solche Verhandlungen.“

Stoiber weiter: „Die Schulden, die Griechenland heute hat, sind doch nicht von Deutschland, Frankreich, Portugal oder Irland aufgenommen worden, sondern die haben die griechischen Regierungen aufgenommen. Und da wird natürlich die Haftungsfrage immer deutlicher. Auf Dauer kann man, wenn man die Regeln nicht akzeptiert, nicht in einer Rechtsgemeinschaft sein, wo sich einer Sonderrechte herausnimmt.“

Paraskevopoulos kontert: „In Deutschland sollten Sie mal Rentenkürzungen durchführen.“ Stoiber entsetzt: „Ich muss ja ehrlich sagen, da würde es ja Griechenland gut gehen, wenn es ihm so gehen würde wie Deutschland. Sie können doch nicht Griechenland mit Deutschland vergleichen!“

Stoiber weiter: „Ihre Regierung will ein Umverteilungseuropa. Die anderen sollen die Haftung übernehmen für das, was Sie an Schulden aufgenommen haben. Europa ist keine politische Union. Sie hat Verantwortung in den Ländern.“

Wieder unterbricht Paraskevopoulos den CSU-Politiker. Der ist irgendwann nur noch genervt: „Einen Moment! Sie haben jetzt lange genug geredet!“

Schon zu Beginn der Sendung war Paraskevopoulos mit ARD-Finanzexpertin Anja Kohl aneinandergeraten. Die kann das Hinauszögern des Referendums durch die griechische Regierung nicht verstehen, fragt: „Warum in allerletzter Sekunde? Die Geldgeber sind Griechenland doch schon sehr, sehr weit entgegengekommen.“

Paraskevopoulos kontert: „Nein, in keinem einzigen Punkt!“ Kohl schüttelt nur mit dem Kopf, erklärt dann mit ruhiger Stimme: „Wir hatten Hilfen von ca. 15 Milliarden Euro im Maßnahmenpaket, wir hatten ein drittes Rettungspaket darin. Ich weiß nicht, wie weit man noch entgegenkommen soll. Es muss die Frage erlaubt sein, ob diese griechische Regierung nicht von Anfang an auf einer anderen Agenda unterwegs war – nämlich die Sparpolitik in Europa zu ändern und einen Schuldenerlass herbeizuführen.“

Trotzdem verlangt Paraskevopoulos Lob für den Kurs der Griechen – und schießt gegen unseren Finanzminister: „Die griechische Regierung hat Kompromissvorschläge vorgelegt, die ja von allen Seiten gelobt wurde. Nur Herr Schäuble hat sich dagegen geäußert. Er war von Anfang an in seiner Meinung.“

Ist das wirklich so einfach? Die Griechen scheinen auf diese Hinhalte-Taktik zu setzen. Tspiras-Berater Paraskevopoulos wiederholt noch einmal: „Die griechische Regierung wird weiter mit der Führung der Europäischen Union – also mit seinen Geldgebern – verhandeln.“

Der Chef des Europäischen Rettungsschirms ESM, Klaus Regling, macht klar: „Davon weiß ich nichts!“ Ohnehin äußert Regling scharfe Kritik an der griechischen Regierung. In den Verhandlungen, an denen der ESM-Boss regelmäßig teilnimmt, seien „Begriffe gefallen, die für solche Verhandlungen ungewöhnlich sind“.

Den Glauben an die griechische Regierung hat Regling längst verloren. Er sagt: „Als wir gehört haben, dass die Regierung empfiehlt, das Programm nicht anzunehmen, war jeglicher Glaube dahin.“

►FAZIT

Täglich grüßt das Murmeltier: Viel Gerede, kaum Lösungen. Das Griechenland-Thema ist so vertrackt wie die stundenlangen Verhandlungen in Brüssel und Athen. Die Eurogruppe besteht weiter auf ihren Forderungen, Tsipras will sich nicht unterkriegen lassen. Auch bei Günther Jauch prallen diese Welten aufeinander, wobei Theodoros Paraskevopoulos mit seinem Kampf für Griechenland und den Anschuldigungen gegen den Rest Europas alleine auf weiter Flur steht.

Und so bringt es Jauch selber am Ende passend auf den Punkt: „Keine Garantie, dass wir Griechenland auch weiterhin nicht besprechen!“ Es wird noch weiter viel verhandelt.

Quelle: http://www.bild.de/politik/inland/guenther-jauch/griechentalk-tipras-berater-geht-auf-stoiber-los-41557476.bild.html

Stoiber bei Jauch: Showdown im Schuldenstreit – was wird aus Griechenland?

Dienstag ist Stichtag: Wenn sich Griechenland und seine Geldgeber nicht bis zum 30. Juni einig werden, läuft die Frist für die Auszahlung der letzten Milliardenkredite aus dem zweiten Rettungspaket für Griechenland aus. Zugleich muss Griechenland an diesem Tag 1,5 Milliarden Euro an den Internationalen Währungsfonds (IWF) zurückzahlen. Ob Griechenland diese Rate ohne eine Einigung mit den Geldgebern aufbringen kann, ist allerdings fraglich. Gelingt dies nicht, droht dem Land die Staatspleite.

Um das zu verhindern, laufen die Verhandlungen seit Wochen auf Hochtouren, ein Krisengipfel jagt den nächsten. Obwohl bislang kein Kompromiss gefunden wurde, hoffen alle Beteiligten, sich doch noch einig zu werden.

Kann es noch eine Einigung geben? Wie könnte sie aussehen – und was würde sie bringen? Welche Folgen hätte hingegen eine Staatspleite Griechenlands?

Darüber diskutiert Günther Jauch mit folgenden Gästen:

  • Edmund Stoiber, CSU, Ehemaliger Ministerpräsident Bayerns
  • Klaus Regling, Geschäftsführender Direktor ESM und EFSF
  • Anja Kohl, ARD-Börsenexpertin
  • Antonios Beys, Griechischer Journalist

Ein Krisengipfel jagt den nächsten: Obwohl Griechenland und seine Geldgeber seit Wochen hart um einen Kompromiss in der Schuldenmisere ringen, gibt es noch immer kein Ergebnis. Sollte in letzter Minute nicht doch noch eine Einigung gelingen, steht Griechenland vor dem Staatsbankrott. Die Sendung können Sie hier ansehen:

https://daserste.ndr.de/guentherjauch/Showdown-im-Schuldenstreit-was-wird-aus-Griechenland,guentherjauch528.html

Quelle: http://www.ndr.de/fernsehen/epg/import/Guenther-Jauch,sendung391462.html