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Edmund Stoiber bei Einheitsfeier in Sonneberg umjubelt

von OLIVER SCHMIDT
Edmund Stoiber (CSU), der im proppenvollen Festzelt in Sonneberg frenetisch bejubelt wurde, betonte zunächst, dass er speziell mit dem Raum Coburg/Sonneberg sehr viele Erinnerungen an den Mauerfall und die Deutsche Einheit. Am 12. November 1989 war’s, als der Grenzübergang Gebrannte Brücke geöffnet wurde – und Stoiber, damals bayerischer Innenminister, spontan vorbeikam und mitfeierte. „Die Stimmung war euphorisch und ergreifend – das werde ich nie vergessen“, bekannte Stoiber.

Stoiber zog, was das Gelingen des Vereinigungsprozesses betrifft, eine positive Bilanz. „Ich kenne Leipzig, Dresden oder auch Erfurt noch aus den 1970er und 1980er Jahren“, sagte Stoiber. „Und wenn ich mir diese Städte heute anschaue, geht mir das Herz auf!“

Ähnlich emotional erinnerte sich die Sonneberger Landrätin Christine Zitzmann (CDU) an die Wendejahre. Und mit Blick auf den 3. Oktober sagte sie: „Das ist unser Tag! Ich habe Gänsehaut, mein Herz ist voll.“

Edmund Stoiber skizzierte zwar auch auf, welche Verdienste sich damals Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) erworben habe und dafür jetzt eigentlich auch mal den Friedensnobelpreis bekommen sollte, er stellte aber auch klipp und klar fest: „Viele Menschen haben Anteil an der Überwindung der deutschen Teilung. Der tiefe Dank gilt der Bürgerrechtsbewegung und den mutigen Menschen in der DDR.“

Stoibers Rede wurde immer wieder von spontanem und zum Teil sogar frenetischem Beifall unterbrochen. Etwa auch an der Stelle, an der er sagte: „Die DDR war ein Unrechtsstaat – ja was denn sonst?“

Am Ende ergriff noch einmal Christine Zitzmann das Wort. Sie stellte fest: „Wir sind zusammengewachsen, weil wir schon immer zusammengehört haben. Wir sind eine Region!“

Der gut 45-minütige Festakt war aber nur ein kleiner Teil der Einheitsfeier in Sonneberg. Den ganzen Tag über gab es in der gesamten Innenstadt viel zu sehen, zu erleben und zu entdecken. An zahlreichen Infoständen wurde deutlich, was diese „eine Region“ alles zu bieten hat.

Die Feier dauert bis in den späten Abend an.

Quelle: http://www.infranken.de/regional/coburg/Edmund-Stoiber-bei-Einheitsfeier-in-Sonneberg-umjubelt;art214,1270297

„Ein Vertrauensbruch aus Profitgier“ Stoiber kritisiert Offenlegung der Kohl-Gespräche

„Unanständig, ein Vertrauensbruch aus Profitgier“: So äußerte sich jetzt der frühere bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber zu der Veröffentlichung der Gesprächsprotokolle von Helmut Kohl und Heribert Schwan.

in dem Streit zwischen Helmut Kohl und dem früheren Vertrauten Heribert Schwan, der die Gesprächsprotokolle mit dem Altbundeskanzler zu dessen Unwillen offenlegte, bezieht jetzt auch der frühere bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) Stellung. Er hat die Veröffentlichung scharf kritisiert.

Gegenüber der „Bild“-Zeitung sagte Stoiber: „Die rechtlichen Feinheiten sind für mich hier nicht entscheidend. Das ist einfach unanständig, ein Vertrauensbruch aus Profitgier.“

Er habe Verständnis dafür, dass man im vertrauensvollen Dialog eine andere Wortwahl pflege als auf offener Bühne, sagte Stoiber: „Ich will die Äußerungen bestimmt nicht relativieren, aber wer hat sich denn noch nicht über andere geärgert und im stillen Kämmerlein gelästert?“

Kohl habe sich x-mal positiv zu Angela Merkels Kanzlerschaft geäußert

Historisch halte er die Protokolle für „wertlos“, erklärte Stoiber, „es ist für mich aber auch politisch und historisch wertlos: Das ist uralter Hut, 13 Jahre her, aus dem Zusammenhang von 600 Stunden Gesprächen gerissen.“

Helmut Kohl wolle das auch gar nicht als seine Meinung veröffentlicht sehen. „Also was soll das? Seitdem hat sich Helmut Kohl zum Beispiel x-mal positiv zu Angela Merkels Kanzlerschaft geäußert und sie in Wahlkämpfen unterstützt.“ Er bedauere gerade in diesen Tagen der Erinnerung an 1989, dass die historischen Leistungen Kohls verdeckt werden.

Juristen gehen davon aus, dass straf- und zivilrechtliche Klagen folgen

Auch die Anwälte von Helmut Kohl legen  im juristischen Streit um das Buch „Vermächtnis. Die Kohl-Protokolle“ seines ehemaligem Ghostwriters Schwan nach. „Wir haben einen Antrag auf Unterlassung von 115 Zitaten aus dem Buch gestellt“, sagte Rechtsanwalt Thomas Hermes von der Kanzlei Holthoff-Pförtner dem FOCUS.

Juristen gehen davon aus, dass straf- und zivilrechtliche Klagen folgen. Kohl sei bestohlen worden und könne Schadenersatz fordern.

 Quelle: http://www.focus.de/politik/deutschland/ein-vertrauensbruch-aus-profitgier-stoiber-kritisiert-offenlegung-der-kohl-gespraeche_id_4197365.html