Todestag Franz Josef Strauß

Vor 25 Jahren starb Franz Josef Strauß. Niemand in Deutschland habe so unbeugsam für die deutsche Wiedervereinigung gekämpft wie Strauß, sagte Edmund Stoiber bei einem Festakt in der Hanns-Seidel-Stiftung in München am Mittwoch.

Stoiber erinnerte auch an einen Satz aus einer mehr als dreistündigen Strauß-Rede 1972 in der CSU-Landtagsfraktion: «Zur Not müssen die Bayern die letzten Preußen sein.»

Strauß sei durch schreckliche Erfahrungen im Zweiten Weltkrieg geprägt worden und habe später in der Regel eine Pistole dabei gehabt, sagte Stoiber. «Und selbst wenn er bei meiner Frau Karin und mir zu Hause zu Gast war – das kam relativ häufig vor – setzte er sich immer so, dass er die Türe im Blick hatte. Ich sehe ihn noch da sitzen, mit seiner Pistole in der Ecke des Zimmers. Das ist wohl nur für denjenigen nachvollziehbar, der selbst Lebensgefahr erlitten hat.»

Strauß war von 1961 bis zu seinem Tod am 3. Oktober 1988 CSU-Chef. Der Vorsitzende der CSU-nahen Hanns-Seidel-Stiftung, Hans Zehetmair, sagte, der Umgang mit der Person Strauß habe früher zwischen Heldenverehrung und Dämonisierung geschwankt. Jetzt sei die Zeit gekommen für eine ausgewogene Betrachtung.

Am Mittwochabend war ein Gottesdienst in der Münchner Michaelskirche geplant, anschließend ein Empfang von Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) in der Residenz. In der Familiengruft von Strauß in Rott am Inn legt Seehofer an diesem Donnerstag einen Kranz nieder.(AZ/lby/dpa)

Quelle: http://www.augsburger-allgemeine.de/bayern/Strauss-sass-mit-Pistole-bei-Edmund-Stoiber-zuhause-id27239522.html