Edmund Stoiber im SPORT1-Interview über den FC Bayern, Pep Guardiola und Uli Hoeneß

„Uli Hoeneß hat einen Riesen-Rückhalt“

München – Im exklusiven Interview mit SPORT1 spricht Bayern-Aufsichtsrat Edmund Stoiber über die Saisonziele, den Ex-Präsidenten und Guardiolas Abschied.

Er kennt das Innenleben des deutschen Rekordmeisters so gut wie nur wenige:

Edmund Stoiber hat als Mitglied des Aufsichtsrats und als Vorsitzender des Verwaltungsrats beim FC Bayern Einblick in alle wichtigen Entscheidungen.

Für SPORT1 nahm sich der langjährige bayrische Ministerpräsident viel Zeit für ein exklusives Interview, in dem er über die Zukunft von Uli Hoeneß und Phillip Lahm, die Rolle von Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge, den Abschied von Pep Guardiola und die Saisonziele sprach.

(Das ganze Interview mit Edmund Stoiber ab 18.30 Uhr in Bundesliga Aktuell im TV auf SPORT1)

Dr. Edmund Stoiber über…

das Rennen um die deutsche Meisterschaft:

„Acht Punkte sind ein gutes Polster, aber diese Situation kann sich durch die Drei-Punkte-Regelung sehr schnell wieder ändern. Wir haben noch das Spiel in Dortmund und weitere schwierige Partien, vor allem im Zusammenhang mit der Belastung der Champions League und des DFB-Pokals. Von diesem Gerede, sie sind nicht mehr einzuholen und spielen in einer eigenen Klasse, halte ich nicht viel. Wir haben ja in Mönchengladbach leider gezeigt, dass es ganz schnell auch anders gehen kann: Alaba nicht da, Innenverteidigung etwas zu weit aufgerückt, eine Mannschaft wie Gladbach in einer hervorragenden Phase – dann steht’s 0:3. Insofern sind acht Punkte ein beachtliches Polster, aber kein Ruhekissen.“

die Verletzungen von Jerome Boateng und Javi Martinez:

„Zwei solche Innenverteidiger zu verlieren, ist nicht gut – vor allem nicht im Hinblick auf die größeren Spiele. Boatengs Verlust wiegt gerade in den Spielen gegen Juventus, vielleicht dann auch im Viertel- und Halbfinale, schwer. Das ist schon eine Verschlechterung unserer Chancen. Das können wir sicherlich mit großer Kraft ausgleichen.“

den Abschied von Pep Guardiola:

Karl-Heinz Rummenigge hat ja frühzeitig erklärt, den Vertrag verlängern zu wollen. Aber die Signale waren ja schon im Oktober oder November da, dass es schwierig werden würde, Guardiola zu halten. Am Ende ist das seine Entscheidung. Er braucht eine neue Herausforderung, anscheinend im Drei-Jahres-Rhythmus. Er sagte ja auch, das sein viertes Jahr in Barcelona ein Fehler war und er das Sabbatjahr eher hätte einlegen müssen.“

Nachfolger Carlo Ancelotti:

„Wichtig ist, dass der Verein nun wirklich schnell gehandelt hat und eine hervorragende Lösung nach Guardiola präsentiert hat, die überall auf große Resonanz und hohe Akzeptanz gestoßen ist. Carlo Ancelotti ist einer der ganz großen Trainer.“

die Chance, dass sich Guardiola wie Jupp Heynckes mit dem Triple verabschiedet:

„Pep ist Pep, und Jupp ist Jupp. Du kannst einen Champions-League-Sieg nicht planen. Es ist nicht fair, alles immer nur auf das Maximale und das Optimale zu konzentrieren. Die deutsche Meisterschaft ist der ehrlichste Titel. Bei der Champions League kommt es auf die Auslosung und Fitness an. Wir haben das ja letzte Saison gegen Barcelona gesehen. Es waren zwei begeisternde Spiele, aber am Ende fehlten mit Arjen Robben und Franck Ribery unsere beiden Außen. Wir hatten damals auch noch keinen Douglas Costa, keinen Kingsley Coman. Und es gab mehrere Verletzte. In solch großen Spielen kommt es darauf an, dass die bestmögliche Elf spielt.“

das Ansehen von Uli Hoeneß nach der Haftstrafe:

„Uli Hoeneß hat einen Riesen-Rückhalt im gesamten Verein. Der Verein und die Anhänger haben seine persönlichen Fehler nie zum Gegenstand gemacht, um ihm nicht das Vertrauen zu geben. Karl-Heinz Rummenigge und die gesamte Führung sind mit Uli Hoeneß immer verbunden und haben immer versucht, ihm diesen schweren Teil des Lebens durch Treue und Freundschaft zu mildern. Das ist schon ein gewaltiger Einschnitt im Leben eines jeden Menschen. Viele der modernen Strukturen – von der Allianz Arena bis hin zur Bildung einer Aktiengesellschaft – hat Uli Hoeneß geschaffen.“

eine mögliche Rückkehr von Hoeneß als Klubpräsident:

„Jetzt wird er mit seiner Frau eine längere Urlaubsphase einlegen, ehe er zurückkommt. Nach so einer schweren Zeit muss man Abstand finden, um sich wirklich zu regenerieren. Das steckt man ja nicht so ohne Weiteres weg. So wie ich ihn kenne, hat er das natürlich schon als einen der entscheidenden Einschnitte seines Lebens empfunden. Uli Hoeneß muss sich selbst klar werden, ob er noch einmal ein Amt anstrebt, oder ob er sagt: ‚Das war’s dann doch.‘ Ich finde vor allem großartig, dass Karl Hopfner klar erklärt hat: ‚Wir werden uns im Sommer zusammensetzen und über die Zukunft des FC Bayern reden. Je nachdem, was Uli Hoeneß für sich entscheidet: Ich stehe dem nicht im Wege.'“

Karl-Heinz Rummenigge:

„Es gibt viele große und großartige Fußballer in Deutschland, die dem Fußball verbunden geblieben sind als Trainer, Kommentatoren oder Berater. Aber als Welt-, Europameister oder Champions-League-Sieger, wie es Kalle Rummenigge in seiner Karriere war, auch als CEO einer so großen Aktiengesellschaft einer so großen internationalen Herausforderung Rechnung zu tragen, da kann ich nur sagen: Hut ab! Der Mann ist als Vorstandsvorsitzender sicherlich genauso sonderklasse, wie er es als Spieler beim FC Bayern war. 60 ist ja noch kein Alter, das Rentenalter liegt ja bei 67. Für Kalle Rummenigge und andere gilt diese Grenze noch nicht als absolute Grenze für ihre Aktivitäten. Ich wünsche mir, dass er noch lange bleibt.“

Philipp Lahm als Bayern-Funktionär:

„Es ist nicht ausgeschlossen, dass er durchaus andere Aufgaben übernehmen könnte. Philipp Lahm ist nicht nur hochintelligenter und fantastischer Fußballer, sondern auch ein hochintelligenter Mensch. Er hat alle Qualität für alle Ämter.“

Quelle: http://www.sport1.de/fussball/bundesliga/2016/02/edmund-stoiber-im-sport1-interview-ueber-den-fc-bayern-pep-guardiola-und-uli-hoeness

Stoiber kritisiert Flüchtlingspolitik von Merkel

Von Peter Fahrenholz, München, und Nico Fried, Berlin

Die CSU will mit drastischen Maßnahmen eine sofortige Begrenzung des Flüchtlingszustroms erreichen. Der ehemalige Parteichef und bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber forderte eine Schließung der Grenze nach Österreich für Flüchtlinge. Zugleich übte Stoiber in einem Interview derSüddeutschen Zeitung scharfe Kritik an Angela Merkel und setzte der Kanzlerin ein Ultimatum. Merkel habe „maximal bis Ende März“ Zeit, um ihre Ankündigung, die Zahl der Flüchtlinge zu reduzieren, auch tatsächlich umzusetzen.

Deutschland müsse dafür sorgen, dass das Flüchtlingsproblem endlich als europäisches Problem behandelt werde; dazu solle Berlin ankündigen, dass an der Grenze das deutsche und europäische Recht wiederhergestellt werde, wonach kein Flüchtling einreisen dürfe, der aus einem sicheren Drittstaat komme. Eine Schließung der Grenze sei „der einzige Weg“, um den Druck auf die anderen europäischen Länder zu erhöhen, das Problem gemeinsam zu lösen, sage Stoiber.

Das Ziel ist nicht, Merkel „anzugreifen oder abzulösen“

Der Ex-CSU-Chef warf Merkel vor, ihr „Alleingang“ habe zu „schweren Verwerfungen“ in Europa geführt. Die CSU werde alles tun, um einen Kurswechsel bei der Schwesterpartei CDU herbeizuführen, „notfalls auch gegen die Meinung von Frau Merkel“. Der Frage, ob Merkel dann noch Kanzlerin bleiben könne, wich Stoiber aus. Das Ziel sei nicht Merkel „anzugreifen oder abzulösen“ – es gehe darum, dass sie ihre Position ändere.

SPD-Chef Sigmar Gabriel drängte ebenfalls auf eine schnelle Reduzierung der Flüchtlingszahlen. Der Vizekanzler sagte zum Auftakt einer Vorstandsklausur der SPD in der Nähe von Berlin: „Wir müssen es schaffen, den Zuzug zu reduzieren.“ Anderenfalls könne die Integration der Flüchtlinge nicht gelingen. Gabriel forderte, dass bis zum Frühjahr „ein wirksames Abkommen“ mit der Türkei erreicht werden müsse, um den Zuzug zu verringern.

Derweil wollen die Spitzen der Koalition mit einer schnelleren Abschiebung den anwachsenden Zuzug von Asylbewerbern aus Maghreb-Staaten eindämmen. Diese stehen seit den Übergriffen in Köln an Silvester im besonderen Fokus. In Regierungskreisen hieß es, man wolle die Rückführungszentren in den bayerischen Städten Manching und Bamberg für die Asylbewerber nutzen, die vorwiegend aus Algerien und Marokko kommen. Die Zentren waren ursprünglich eingerichtet worden, um Asylbewerber aus den sogenannten sicheren Herkunftsstaaten auf dem Balkan aufzunehmen und ihre in der Regel aussichtslosen Anträge schnell zu bearbeiten. Da die Zahl dieser Asylbewerber stark abgenommen hat, stehen in den beiden Zentren nun Kapazitäten zur Verfügung.

Mittelfristig dürfte sich die Koalition darauf einigen, Algerien, Marokko und Tunesien ebenfalls als sichere Herkunftsstaaten einzustufen, um die Abschiebung zu erleichtern. Die SPD zeigte sich offen für entsprechende Verhandlungen, allerdings wäre im Bundesrat auch die Zustimmung von Ländern nötig, die von den Grünen mitregiert werden.

Lesen Sie das Interview mit Edmund Stoiber mit SZ Plus:

Quelle: http://www.sueddeutsche.de/politik/fluechtlingspolitik-edmund-stoiber-droht-der-kanzlerin-1.2821529

Premier Cameron in Kreuth

Brüder im Geiste

Englands Premier Cameron bei der CSU – das ist eine Verbindung, die passt. Denn der Konservative von der Insel und die Christsozialen stimmen in vielen Punkten überein – Stichwort Flüchtlinge. Gefragt ist mal wieder: die Kanzlerin.

Von: Nikolaus Neumaier

Stand: 07.01.2016

Angela Merkel macht in Wildbad Kreuth deutlich, dass es darum geht, den Briten so weit wie möglich entgegenzukomme. Nach ihren Worten sollen Entscheidungen gefällt werden, „die – aus unserem Interesse heraus – dazu führen könnten, dass wir ein vernünftiges Paket bekommen, damit Großbritannien Teil der EU bleiben kann“. Das sagte Merkl gestern Abend nach einem Treffen mit Cameron. So sieht es auch der CSU-Europaabgeordnete Markus Ferber. Die CSU, so Ferber, habe viele Gemeinsamkeiten mit Cameron. Das gelte es jetzt zu betonen.

„Es gab zunächst einmal die klare Botschaft, dass wir als CSU wollen, dass Großbritannien in der Europäischen Union verbleibt. Aber auf der anderen Seite auch deutlich zu machen, dass die Forderungen, die Herr Cameron aufgestellt hat, nicht isoliert in Europa stehen, sondern, dass wir als CSU viele Punkte unterstützen.“ Markus Ferber, CSU-Europaabgeordneter

Ferber meint damit die Flüchtlingspolitik. Hier ist die CSU dem britischen Premierminister näher als der eigenen Kanzlerin. Schließlich hat man sehr genau registriert, dass Cameron seine Wahl gewann, weil er versprochen hatte, den Zuzug rigoros einzudämmen. Horst Seehofer will das genau so.

„Es war die Zuwanderung in die Sozialleistungen. Das ist CSU pur. Er konnte es nur auch machen. Wir müssen es noch machen.“ CSU-Chef Horst Seehofer

Sehr sensible Engländer

Ex-Parteichef Edmund Stoiber, der in den letzten Jahren viel in Sachen Europa unterwegs war, nennt darum auch die deutsche Flüchtlingspolitik ein Problem beim Versuch, Großbritannien in der EU zu halten.

„Die Engländer sind hier sehr sensibel gewesen. Ich war selbst überrascht, wie hart er eingestiegen ist, wie sie auch jetzt operieren. Sie sagen, wir nehmen 20.000 Syrer, aber in den nächsten fünf Jahren und wir wählen sie selbst aus. Also Quote nicht. Da sind wir schon weit auseinander.“ Ex-CSU-Parteichef Edmund Stoiber

Übereinstimmung mit den Briten findet die CSU außerdem bei der Forderung, Kompetenzen von der Europäischen Kommissionen auf die Mitgliedsstaaten zurückzuverlagern.

„Ich glaube, wir müssen schon einmal sehen: Dort, wo wir Europa dringend brauchen, bekommen wir nichts zustande. Auf der anderen Seite haben wir aber dort, wo wir Dinge eigentlich vor Ort entscheiden können, nach wie vor Eingriffe aus Brüssel, die keiner versteht – wie die Frage, wie muss eine Kerze abbrennen. Auch der Zugang zu nationalen Sozialversicherungssystemen und sozialen Versorgungssystemen muss nicht in Europa entschieden werden.“ CSU-Europaabgeordneter Markus Ferber

England für Stoiber der „größere Verbündete“ in der Finanzpolitik

Sollten die Briten aussteigen und sollte es zum Brexit kommen, dann fürchtet jemand wie Edmund Stoiber vor allem außenpolitischen Schaden: „Wir würden kleiner, wir würden einen außerordentlich wichtigen Partner verlieren – mit weltweiten Kontakten, ein Mitglied des Weltsicherheitsrates.“

Im „Brexit-Fall“ warnt Stoiber auch vor einer Schieflage in Europa. Bis jetzt sind die Briten auch wichtig für die Machtbalance – auch in der europäischen Finanzpolitik. „Da haben wir in Frankreich nicht den Verbündeten. Da haben wir in England den größeren Verbündeten“, so Stoiber.

Quelle: http://www.br.de/nachrichten/eu-klausur-grossbritannien-100.html

Stoiber beendet Anti-Bürokratie-Beratung für die EU

Nach acht Jahren beendet der frühere bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber seine Tätigkeit als Anti-Bürokratie-Ratgeber bei der EU in Brüssel. Der Grund: Stoiber sieht seine zentralen Vorschläge inzwischen umgesetzt, so dass es aus Sicht des CSU-Ehrenvorsitzenden keinen Bedarf für seine Beratung mehr gibt.Er stelle trotz gelegentlicher Rückfälle „ein grundsätzlich neues Denken fest“, schreibt Stoiber in einem Brief an Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, der der Nachrichtenagentur dpa vorliegt. „Nicht alles muss in Brüssel geregelt werden, was dort geregelt werden kann.“ Deshalb könne er guten Gewissens bitten, sein Mandat im März auslaufen zu lassen.

So hatte Juncker unter anderem Stoibers Vorschlag aufgegriffen, vor jede Initiative für eine neue Vorschrift einen „Bürokratie-Check“ zu stellen. Stoiber hatte zunächst sieben Jahre eine „High Level Group“ der EU zum Bürokratieabbau geleitet, zuletzt war er noch Sonderberater. Beide Ratgebertätigkeiten waren ehrenamtlich.

Dass der bekannt arbeitsfreudige Stoiber sich in sein heimisches Wohnzimmer zurückzieht, steht nicht zu befürchten. Beim FC Bayern ist er sowohl Leiter des Verwaltungsbeirats als auch Mitglied des Aufsichtsrats der FC Bayern München AG. Außerdem leitet Stoiber Beiräte bei ProSiebenSat.1, der Wirtschaftsprüfergesellschaft Deloitte sowie der Privatbank Donner & Reuschel und ist Präsidiumsmitglied des Deutsch-Russischen Rohstoff-Forums.

Quelle: http://focus.de/regional/muenchen/leute-stoiber-beendet-anti-buerokratie-beratung-fuer-die-eu_id_5158421.html

Stoiber verrät: Bayern hat einen Plan B zu Pep

München – Geht Pep Guardiola oder bleibt er? Jetzt hat sich Bayern-Aufsichtsratsmitglied Edmund Stoiber gegenüber der tz geäußert – und verraten, dass der Verein einen Plan B hat.
FCB-Boss Karl-Heinz Rummenigge hat die Entscheidung im Vertragspoker um die Zukunft von Trainer Pep Guardiola schon vor einigen Wochen terminiert, in den nächsten Tagen ist es so weit. Nach dem letzten Hinrundenspiel des FC Bayern am Samstag in Hannover soll Klarheit herrschen. „Es gibt eine Weihnachtsüberraschung. So oder so“, hatte der Vorstandsvorsitzende der Münchner gesagt. Die Bayern wollen ihren Coach unbedingt halten, doch auch für den Fall eines Abschieds ist der Rekordmeister gerüstet.

„Der Trainer weiß, dass man ihn gerne weiterhin beim FC Bayern halten würde. Er selbst hat darum gebeten, dass erst dann im Detail gesprochen wird, wenn die Hinrunde beendet ist. Und das ist in Ordnung so. Aber der Vorstand ist ein guter Vorstand, der auch einen Plan B hat“, verrät FCB-Aufsichtsratsmitglied Edmund Stoiber der Münchner tz.
Auch wenn die Verantwortlichen auf Guardiola warten, waren sie in der jüngeren Vergangenheit nicht untätig. „Es wird nicht abgewartet und erst dann weitergeschaut, wenn Plan A nicht klappt. Es geht immer weiter“, so Stoiber weiter. Der ehemalige Ministerpräsident Bayerns ist trotz der ungewissen Zukunft voll des Lobes für Guardiola: „Pep Guardiola ist voller Leidenschaft für seine Aufgabe, er lebt jedes Spiel. Er tut dem FC Bayern, aber auch der gesamten Bundesliga, gut. Er genießt höchsten Respekt. Aber wir wissen auch, dass die Dinge nach wie vor offen sind – und das wird respektiert.“

Quelle: http://www.tz.de/sport/fc-bayern/fc-bayern-muenchen-edmund-stoiber-verraet-bayern-einen-plan-b-pep-guardiola-5964660.html

Alt-Ministerpräsident Edmund Stoiber äußert Kritik an Flüchtlingspolitik

München – Brutal deutliche, leidenschaftliche Worte von Alt-Ministerpräsident Edmund Stoiber (74, CSU) zur Flüchtlingskrise: „So kann es nicht weitergehen. Sonst schaffen wir das nicht!“ sagte er gestern Abend im Alten Rathaus.
Der CSU-Ehrenvorsitzende war Hauptredner auf der 70-Jahr-Feier der Münchner CSU. Stoiber ging die Flüchtlings-Politik von Kanzlerin Angela Merkel (61, CDU) frontal an: „Ich hätte mir ehrlich gesagt nicht vorstellen können, dass ausgerechnet Deutschland innerhalb weniger Wochen einen solchen Kontrollverlust und eine solche Entgrenzung der staatlichen Ordnung erleiden könnte.“

Stoiber ist überzeugt: „Eine Willkommenskultur ohne Obergrenze überfordert nicht nur die Stadt, sondern das ganze Land.“ Das gelte auch bei den Jobs, denn „nicht einmal jeder zehnte Zuwanderer“ sei in Arbeit oder Ausbildung vermittelbar: „Wir stehen zunächst einmal vor einem Heer von Arbeitslosen!“

Eine Willkommenskultur ohne Obergrenze spaltet laut Stoiber das Land: „Schon jetzt ist die deutsche Gesellschaft so gespalten, wie ich sie noch nicht erlebt habe.“

Quelle: http://bild.de/regional/muenchen/edmund-stoiber/kritisiert-deutschlands-fluechtlingspolitik-43706492.bildMobile.html

Stoiber warnt vor Spaltung Europas

Von Peter Hermann
Wolfratshausen – Edmund Stoiber hat die Wolfratshauser Junge Union (JU) besucht. Der ehemalige bayerische Ministerpräsident warnte vor einer Spaltung Europas.
„Der politische Herbst ist das Sahnehäubchen und Edmund Stoiber die Kirsche darauf.“ Mit diesen Worten begrüßte JU-Vorsitzender Andreas Ofenbeck den prominenten Gastredner. Rund 80 Zuhörer – darunter viele CSU-Mitglieder – interessierten sich am Mittwochabend für das Thema „Unter Strom – Deutschland und Europa in der Krise“, das die JU-Vortragsreihe „Politischer Herbst“ beendete.

Der 74-Jährige war der Einladung gerne gefolgt, zumal das Foyer der Loisachhalle gerade einmal fünf Gehminuten von seinem Zuhause entfernt liegt und er als ehemaliger Kreisvorsitzender der JU mitunter nostalgisch an den Beginn seiner eigenen politischen Karriere zurückdachte. „Ich trat mit 18 in die JU ein. Aus meiner Passion wurde schließlich ein Beruf“, erinnerte sich der Ex-Ministerpräsident. Als „rechte Hand von Franz Josef Strauß“ habe er stürmische Zeiten erlebt. Etwa als er sich vor rund 30 000 SPD-Anhängern in Arbeiterhochburgen wie Essen für die mitunter kompromisslose CSU-Politik rechtfertigen musste. Doch die aktuellen Herausforderungen der Flüchtlingskrise würden laut Stoiber eine neue politische Dimension erreichen. „Wenn man die Grenzen nicht mehr sichern kann, kommt das einem Kontrollverlust des Staates gleich“, kritisierte er die Politik von Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Der CSU-Politiker fordert deshalb gemeinsame europäische Asyl-Standards. „Wenn wir das nicht zusammen lösen, wird Europa auseinander brechen“, fürchtet Stoiber. Anders als die deutsche Gesellschaft, die er als „bunt“ und „tolerant“ bezeichnete, finde vor allem in osteuropäischen Staaten wie der Slowakei und Bulgarien kaum Integration statt. Stoiber warf der Koalitionsregierung zudem vor, dass sie den Eindruck unbegrenzter Möglichkeiten erweckt habe. „Aber das stimmt nicht“, stellte der 74-Jährige klar. Denn die Kapazitäten an Kindertagesstätten, Krankenhäusern und Polizisten würden bei weitem nicht ausreichen, um alle Asylbewerber angemessen zu versorgen.

Neben der Notwendigkeit von milliardenschweren Investitionen in die Infrastruktur dürften auch die Kräfte der ehrenamtlichen Helfer nicht überstrapaziert werden. „Das schaffen wir nicht, wenn wir jedes Jahr eine Million Flüchtlinge aufnehmen“, glaubt der Europapolitiker. Nicht zuletzt müssten auch die Zuwanderer lernen, die in Deutschland geltenden Freiheitsrechte sowie die Trennung von Staat und Religion anzuerkennen.

In der anschließenden Diskussionsrunde zeigte sich, dass Stoiber in seiner rund 70-minütigen Rede den Nerv der meisten Zuhörer getroffen hatte. So fürchtet der Wolfratshauser CSU-Stadtrat Manfred Fleischer, dass Deutschland durch die von Merkel initiierte Willkommenskultur in die Isolation getrieben werden und bald „27 Staaten gegen sich“ haben könnte. Stoiber gab ihm Recht und verwies auf das besorgniserregende Erstarken rechter Parteien in Frankreich, Belgien und Italien, die Stimmung gegen Deutschland machen.

Bei aller Kritik an der Bundesregierung fand der ehemalige Ministerpräsident auch lobende Worte für die vorbildliche Integrationsleistung in Bayern im allgemeinen und im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen insbesondere. Gleichwohl dürften auch Menschen, die Angst vor einem weiteren sprunghaften Anstieg der Flüchtlingszahlen haben, nicht in die rechte Ecke gedrängt werden. Stoiber hofft nun, dass sich Europa und Deutschland aufeinander zu bewegen. „Dafür sind aber unendlich viele Gespräche notwendig“, so die Befürchtung des gebürtigen Oberaudorfers.

Quelle: http://www.merkur.de/lokales/wolfratshausen/wolfratshausen/wolfratshausen-edmund-stoiber-junge-union-ju-besucht-5926408.html

Stoiber bei Jauch zur Flüchtlingskrise: „Ungeordnet wie noch nie“

Berlin – Bei Günther Jauch hat der ehemalige bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber die Hoffnung, dass die Transitzonen in Deutschland die Ordnung wieder herstellen.

Am Sonntagabend ist bei Günther Jauch in der ARD – mal wieder – die Flüchtlingsproblematik DAS Thema gewesen. Zu Gast war in dieser Sendung: Ex-CSU-Ministerpräsident Edmund Stoiber, der sich vor allem um die Gemeinschaft der EU sorgte. „Europa könnte an der Flüchtlingskrise zerbrechen“, warnte Stoiber eindringlich. Vom Unions-Papier, das Transitzonen vorsieht, erhofft er sich zumindest eine Übergangslösung. Denn: „So ungeordnet wie jetzt war es in Deutschland noch nie“, erkennt der ehemalige CSU-Chef.

Ebenfalls bei Jauch war Stoibers früherer Politikberater Michael Spreng. Er hat einen Vorschlag, wie die Gemüter der Bürger besänftigt werden können: Die Bundesregierung solle deutlich machen, dass die Renten und Sozialleistungen aufgrund der Flüchtlingsproblematik nicht angetastet werden. „Das würde viele beruhigen“, ist Spreng der Ansicht.

CDU-Vize Julia Klöckner feiert das Unions-Papier – verständlich – als Erfolg. Das langfristige Ziel sei es, mit Hilfe der Transitzonen das Dublin-Abkommen wieder durchzusetzen. Der vierte Gast in der Runde, Journalist Abdul Karim, glaubt nicht, dass das funktionieren wird. „Wie haben Sie sich das vorgestellt? Davon wird sich kein Flüchtling aufhalten lassen“, behauptet er. „Dann kommen sie eben über die grüne Grenze.“ Auch Spreng bezweifelt einen Erfolg. Wenn das wirklich so beschlossen werde, „dann dürfte in Bayern kein einziger Flüchtling rein gelassen werden, weil die alle aus Österreich kommen.“ Die Folge: Es kommt zu einer Abschiebekette nach Slowenien, Kroatien bis an die EU-Außengrenzen.

Der SPD-Bundesvorsitzende Ralf Stegner, der live zugeschaltet war, lehnte den Vorschlag von CDU und CSUmit deutlichen Worten ab: „Die Transitzonen sind im Grunde Haftlager. Das sind Schikanen, die rechtlich auch zweifelhaft sind.“ Allerdings ist eine rasche Lösung enorm wichtig. „Wir brauchen hauptamtliche Kräfte auf Seiten des Bundes. Ich habe der Frau Bundeskanzlerin dargestellt, dass ich nicht alleine für die Sicherheit aller Flüchtlinge sorgen kann“, forderte beispielsweise der ebenfalls zugeschaltete Passauer Landrat Franz Mayer.

Quelle: http://www.merkur.de/politik/fluechtlingskrise-ard-edmund-stoiber-guenther-jauch-fordert-transitzonen-5735818.html

Stoiber warnt vor «Entgrenzung Deutschlands und Europas»

Bad Saulgau (dpa/lsw)  Der frühere bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) hat angesichts der Flüchtlingskrise vor «einer Art Entgrenzung» Deutschlands und Europas gewarnt. Er halte es für «unmöglich», dass die Bundesrepublik und die Europäische Union gegenwärtig

nicht wüssten, «wer zu uns kommt und wie viele zu uns kommen», sagte Stoiber am Samstag beim Landestag der Jungen Union Baden-Württembergs in Bad Saulgau (Kreis Sigmaringen). «Der Staat muss nicht nur das Staatsgebiet kennen. Er muss auch die Menschen, das Staatsvolk, und alles, was dazu gehört, kennen.»

Die Stimmung in der Bevölkerung kippe, sagte Stoiber vor rund 200 applaudierenden Delegierten. «Egal, welche Umfrage man nimmt, die große Mehrheit der Deutschen sieht die Belastungsgrenze erreicht.» Er sei ein Anhänger der Einheit der Union, sagte Stoiber. «Aber wir können das alleine gegen den Widerstand und die Gleichgültigkeit der anderen Länder nicht wuppen. Und wenn wir das versuchen, werden wir traurig aufwachen.»

Der CSU-Ehrenvorsitzende brachte zudem den Begriff «Deutsche Leitkultur» in die Debatte ein. «Wir müssen doch wissen, wer wir sind», sagte er. Den Menschen, die nach Deutschland kämen und vielleicht aus einer anderen Sozialisation stammten, müsse man sagen: «Wer in diesem Land leben will, der kann den Streit nicht mit Fäusten austragen. Der muss sich an die Spielregeln halten.»

Quelle: http://www.stimme.de/suedwesten/nachrichten/pl/Parteien-Migration-Fluechtlinge-CDU-JU-Stoiber-warnt-vor-Entgrenzung-Deutschlands-und-Europas;art19070,3482117