Stoiber verrät Stand bei Reus-Transfer

München – Heribert Bruchhagen ist am Sonntag im “Doppelpass” auf Paul Breitner losgegangen. Edmund Stoiber plauderte derweil über das Thema Marco Reus.

Eintracht Frankfurts Vorstandsvorsitzender Heribert Bruchhagen war am Sonntag zu Gast in “Der Volkswagen Doppelpass” bei Sport1 und hat sich unter anderem zur aktuellen Situation bei Eintracht Frankfurt geäußert. Dazu konterte er den Vorwurf von Paul Breitner, dass die anderen Vereine unfähig seien. Auch Edmund Stoiber, Aufsichtsratsmitglied beim FC Bayern München, fand Breitners Aussagen „zweifelsohne überzogen“. Ein möglicher Wechsel von Marco Reus zum FC Bayern sei weiter eine „ernsthafte Überlegung“. Bruchhagen und Stoiber sprachen auch über das vergangene Woche bekannt gewordene Fehlverhalten des BVB-Stars.

Die wichtigsten Aussagen aus der Sendung.

Heribert Bruchhagen auf Sport1 …

… über Paul Breitners Vorwurf, die anderen Vereine seien unfähig: „Er hat sich in die Hängematte der Wohlfühloase FC Bayern gelegt, obwohl er irgendwo anders einen Managerposten bekommen hätte. Das einzige Mal, dass er Verantwortung übernommen hat, war als Corporal im Film ‘Potato Fritz’! Da hat er ein Team geführt. Es steht ihm nicht zu, das zu sagen. Er hat das überpointiert und vielleicht auch aus einer Weinlaune heraus gesagt. Paul Breitner weiß gar nicht, wie schwer es ist, beispielsweise Manager in Nürnberg zu sein.“

… über die auslaufenden Verträge von Kevin Trapp und Carlos Zambrano: „Wir haben diesen Spielern Angebote gemacht, bei denen sich die Eintracht sehr weit aus dem Fenster gelehnt hat. Wir sind sehr optimistisch, dass die Spieler die Verträge auch annehmen. Aber: Wenn einer geht, kommt ein anderer!“

… über die Krise in Dortmund: „Man reagiert auf die neue Situation ein bisschen hyperaktiv und nicht souverän genug. Das 0:1 gegen die Hertha am vergangenen Spieltag war sinnbildlich. Da konnte Julian Schieber durch die komplette Abwehr mit einem leichten Wackler spazieren. Von den zehn Niederlagen hat der BVB neunmal das Spiel dominiert. Sie konnten ihr dominantes Spiel nur nicht in Tore ummünzen. Ich bin aber überzeugt von der kämpferischen Einstellung von Jürgen Klopp. Ich bin mir sicher: In der Tabelle der Rückrunde wird Dortmund Zweiter! Es klingt jetzt blöd, aber für mich hat Borussia Dortmund gewonnen. Und zwar deswegen, wie sie in dieser schweren Situation auftreten. Dieser Zusammenhalt ist die beste Voraussetzung, die Krise zu meistern. Jürgen Klopp hat auch schon in Mainz schwere Rückschläge erlitten.“

… über das Fehlverhalten von Marco Reus: „Das war natürlich sehr unvernünftig. Aber Marco Reus muss sich auch ziemlich allein gelassen gefühlt haben. Ich frage mich: Wo waren denn die Berater, die eigentlich die Lebensplanung der Spieler organisieren sollen und damit Millionen verdienen?“ Das Ganze hat aber auch was Gutes für den BVB: Ich glaube Marco Reus ist jetzt eher geneigt dazu, seinen Vertrag zu verlängern.“

Edmund Stoiber auf Sport1 …

… über die Krise in Dortmund: „Das Potenzial ist Champions-League-mäßig. Sie haben dort begeisternde Spiele abgeliefert. Einige Spiele sind zu Beginn unglücklich verloren gegangen. Jetzt sind sie aber insgesamt schwächer geworden. Werder Bremen ist jetzt nicht gerade ein Überflieger. Ich kann mir das vorstellen, was da passiert: Dort sind so viele Spitzenspieler und die denken, dass der Verein eigentlich ganz woanders hingehört. Jetzt verändert sich was im Kopf, jetzt kommt die Angst dazu! Mats Hummels zum Beispiel tut sich im Moment sehr schwer. Die Pause tut den Dortmundern jetzt gut. Jeder Sieg muss in der Rückrunde aber unendlich hart erarbeitet werden. Es wird ein schwieriger Balanceakt zwischen Champions League-Achtelfinale gegen Juventus Turin und Abstiegskampf in der Bundesliga werden. Diese Situation müssen sie jetzt psychologisch annehmen. Ich halte es aber für ausgeschlossen, dass der BVB da unten nicht rauskommt.“

… über das Fehlverhalten von Marco Reus: „Das ist in der Tat ein gravierendes Delikt. Das ist eine ganze bittere Angelegenheit für den Jungen und das wird auch sein Leben verändern. Er hat ja nach Ansicht der Außenwelt kein strenges Urteil bekommen. Das wirkt nach.“

… über einen möglichen Transfer von Marco Reus zu den Bayern: „Ein Transfer ist eine ernsthafte Überlegung, aber zurzeit nicht aktuell. Ein Marco Reus will aber auch mal vorne stehen.“

… über Paul Breitners Vorwurf, die anderen Vereine seien unfähig: „Das ist sicherlich nicht die Meinung des FC Bayern München. Paul Breitner ist kein Diplomat. Da hat er zweifelsohne überzogen.“

Quelle: https://www.merkur-online.de/sport/fc-bayern/reus-transfer-ernsthafte-ueberlegung-aber-nicht-aktuell-zr-4560726.html

ProSiebenSat.1 und die TU München starten umfangreiche Kooperation

München, 19. Dezember 2014. Auf Anregung des ProSiebenSat.1-Beirats haben die Technische Universität München (TUM) und ProSiebenSat.1 eine Kooperation geschlossen. Ab Januar 2015 arbeiten die TUM und der Medienkonzern in den Bereichen “Content” und “Ventures” eng zusammen. Ziel ist es, Forschungsthemen aus dem Universitätskontext einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Insbesondere junge Menschen sollen für Themen aus der Spitzenforschung begeistert werden. Gleichzeitig kooperieren ProSiebenSat.1 und die TUM im Bereich “Ventures”, um Bayern als Gründerstandort zu stärken, was ideal zum Profil der TUM als “unternehmerische Universität” passt.

Content: “Galileo” und die TUM bringen Spitzenforschung auf den Schirm
Das ProSieben-Wissensmagazin “Galileo” berichtet ab Januar 2015 regelmäßig über Forschungsthemen der TUM. Schwerpunkmäßig wird es dabei um die großen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts gehen: Energie und Rohstoffe, Umwelt und Klima, Gesundheit und Ernährung, Information und Kommunikation sowie Mobilität und Infrastruktur. Die Berichterstattung rund um diese Themen setzt die “Galileo”-Redaktion auch digital fort: Mit Start des neuen “Galileo”-Online-Angebots im ersten Quartal 2015 gibt es zusätzliche Text- und Videobeiträge, die Themen aus der TV-Sendung vertiefen. Gleichzeitig entstehen in Zusammenarbeit mit der TUM Online-Beiträge für die Galileo-Website. Die TUM bringt dazu Vorschläge aus der internationalen Spitzenforschung mit ein.

Darüber hinaus wird ProSiebenSat.1 die TUM dabei unterstützen, ihre Bewegtbildkompetenz auszubauen. Dazu werden TUM-Mitarbeiter unter anderem an Trainings der ProSiebenSat.1 Academy teilnehmen. Die Universität erstellt auch in Eigenregie Filme für ihre Distributionskanäle.

Ventures-Kooperation stärkt Start-up-Standort Bayern
Außerdem nehmen ProSiebenSat.1 und die TUM künftig die Förderung von Jungunternehmern auf ihre gemeinsame Agenda: ProSiebenSat.1 hat seit 2012 ein eigenes Accelerator-Programm, bei dem der Konzern Start-up-Unternehmen beim Aufbau und der Vermarktung von Geschäftsideen unterstützt. Die TUM betreibt mit UnternehmerTUM bereits seit 2002 ein Zentrum für Innovation und Gründung und hilft damit Firmengründern bei der Realisierung ihrer Ideen. Die beiden Partner bündeln ihre Kompetenzen künftig, um die Attraktivität Bayerns als Standort für Firmengründer weiter zu stärken. ProSiebenSat.1 und die TUM werden insbesondere im Bereich der Hochtechnologie eng zusammenarbeiten und Gründer durch fachliche Expertise und Vermarktungsmöglichkeiten unterstützen.

Beiratsvorsitzender Dr. Edmund Stoiber zur Kooperation von ProSiebenSat.1 mit der TUM: “Ein Medienkonzern ist mehr als ein Wirtschaftsunternehmen. Der ProSiebenSat.1-Beirat versteht sich als Impulsgeber für die Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung. Ich freue mich sehr, dass unsere Anregung einer Partnerschaft von ProSiebenSat.1 mit der TUM so engagiert aufgegriffen wird. Die Kooperation des starken Medienkonzerns ProSiebenSat.1 mit einer technischen Elite-Universität bringt große Chancen für Bildung und Innovationen. Wer die Digitalisierung erfolgreich gestalten will, muss solche neuen Cluster mit modernen Medien, Forschung und technischer Entwicklung schaffen. Die Kommunikationsfähigkeit der Universitäten wird dabei zu einem wichtigen Standortfaktor.”

TUM-Präsident Prof. Dr. h.c. mult. Wolfgang A. Herrmann: “ProSiebenSat.1 hat einen exzellenten Zugang zur jungen Generation, die aufgeschlossen ist für den wissenschaftlich-technischen Fortschritt. Wir müssen es aber als Spitzenuniversität auch schaffen, den Nutzwert der Forschung in verständlicher, begreifbarer Weise in die Gesellschaft zu tragen. Deshalb freuen wir uns auf die neuen Formate der Wissenschaftskommunikation an der Seite von ProSiebenSat.1.”

Thomas Ebeling, Vorstandsvorsitzender der ProSiebenSat.1 Group: “Unsere Stärke besteht darin, komplexe Themen so aufzubereiten, dass sie für jeden verständlich sind und besonders auch junge Menschen erreichen. Zur Bundestagswahl im vergangenen Jahr haben wir unseren Schwerpunkt im Bereich Politik gesetzt. Zusammen mit der TUM kümmern wir uns jetzt darum, dass Themen aus der Spitzenforschung ein breites Publikum finden.”

Im Beirat der ProSiebenSat.1 Group beraten neun Persönlichkeiten aus unterschiedlichen Lebensbereichen den Medienkonzern in gesellschaftlichen, ethischen und medienpolitischen Fragen. Neben dem Vorsitzenden Dr. Edmund Stoiber gehören Prof. Dr. h.c. mult. Wolfgang A. Herrmann, Dr. Christine Theiss, Prof. Dr. Dieter Kronzucker, Dr. Heike Kahl, Prof. Dr. Klaus Töpfer, Minu Barati-Fischer, Prof. Dr. h.c. Markus Lüpertz und Prof. Bodo Hombach dem Beirat an.

EU-Kommission holt Stoiber zurück

Brüssel – Die EU-Kommission holt den langjährigen Bürokratiebekämpfer Edmund Stoiber zurück. Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker ernannte den ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten am Donnerstag zum “Sonderberater für bessere Rechtsetzung”.

Stoiber hatte bis Oktober schon sieben Jahre lang eine Expertengruppe zum Bürokratieabbau in Brüssel geleitet. In seiner neuen, gleichfalls unbezahlten Funktion soll Stoiber nun “insbesondere aufzeigen, wie der Abbau von Bürokratie und Verwaltungslasten zugunsten von kleinen und mittleren Unternehmen vorangebracht werden kann”.

Stoiber hatte von 2007 bis 2014 ehrenamtlich die sogenannte High-Level-Group zum Bürokratieabbau der EU geleitet. Nach Angaben des 73-Jährigen trug diese dazu bei, 33,4 Milliarden Euro an Bürokratiekosten einzusparen. Als wichtigste Errungenschaft nannte Stoiber die Entscheidung, dass Finanzämter von Unternehmen statt Rechnungen in Papierform auch elektronische Belege bei der Umsatzsteuer akzeptieren. Allein dies habe europaweit Einsparungen von 18,4 Milliarden Euro gebracht, für deutsche Firmen fast vier Milliarden EU.

Bei seinem Abschied Mitte Oktober hatte Stoiber mit Blick auf Brüssel noch gesagt, dass seine Arbeit abgeschlossen sei und er in dem ehrenamtlichen Job keine “Daueraufgabe” sehe. Der ehemalige bayerische Regierungschef hatte damals auch darauf verwiesen, dass es in der neuen Kommission nun mit Junckers erstem Vizepräsidenten Frans Timmermans ganz offiziell einen Zuständigen für bessere EU-Regulierung gebe.

Quelle: https://www.merkur-online.de/aktuelles/politik/eu-kommission-holt-stoiber-zurueck-zr-4547171.html

ORF III am Mittwoch: Hochkarätig besetzter Live-Diskussionsabend „Wie frei ist Europa? 25 Jahre Fall des Eisernen Vorhangs“

Wien (OTS) – Unter dem Titel “Wie frei ist Europa? 25 Jahre Fall des Eisernen Vorhangs” übertragt ORF III morgen, am Mittwoch, dem 17. Dezember 2014, live aus dem ORF-Zentrum eine hochkarätig besetzte Politdiskussion. Geleitet wird die Sendung – eine Koproduktion von ORF und Bayerischem Rundfunk – von ORF-III-Chefredakteur Christoph Takacs und BR-Osteuropakorrespondentin Susanne Glass, die mit ihren Gästen über die Auslöser und Auswirkungen der Grenzöffnung und die Zukunft der europäischen Beziehungen zwischen Ost und West sprechen. Es diskutieren u. a. Wolfgang Schüssel, Edmund Stoiber und Barbara Coudenhouve-Kalergi. Bundespräsident Fischer gewährt ORF III zudem ein Interview zu den Umbrüchen in Osteuropa.

Die Sendungen im Detail:

“ORF III spezial: Wie frei ist Europa? 25 Jahre Fall des Eisernen Vorhangs” (20.15 Uhr)

Im Rahmen des ORF-“zeit.geschichte”-Schwerpunkts zu 25 Jahre Fall des Eisernen Vorhangs präsentiert ORF III live aus dem ORF-Zentrum in Wien einen gemeinsamen Themenabend mit dem Bayerischen Rundfunk. Über die Frage “Wie frei ist Europa?” diskutieren BR-Osteuropakorrespondentin Susanne Glass und ORF-III-Chefredakteur Christoph Takacs u. a. mit dem ehemaligen österreichischen Bundeskanzler Wolfgang Schüssel, dem früheren bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber, dem ehemaligen ungarischen Ministerpräsidenten Miklós Németh, der im Sommer 1989 als Erster den Stacheldraht zwischen Ost und West durchschnitt, und dem Chefunterhändler der deutschen Einheit und engen Kohl-Vertrauten Horst Teltschik. Mit dabei ist ferner Wolfgang Petritsch, langjähriger Sekretär von Bundeskanzler Bruno Kreisky, ehemaliger Hoher Repräsentant für Bosnien und Herzegowina sowie EU-Sonderbeauftragter für den Kosovo, weiters Radu Preda, der Leiter der rumänischen “Gauck-Behörde”, sowie Barbara Coudenhouve-Kalergi, Grande Dame des österreichischen Journalismus und ehemalige ORF-Korrespondentin in der Tschechoslowakei und Polen. Zur Einschätzung der aktuellen Lage werden via Live-Schaltungen Korrespondenten in Donezk und Belgrad zugeschaltet. In einem kurz vorher aufgezeichneten Interview nimmt auch der österreichische Bundespräsident Heinz Fischer zum Umbruch in Osteuropa und den neuen politischen Herausforderungen Stellung. Zuseherinnen und Zuseher können sich über soziale Netzwerke an der Diskussion beteiligen. Alle Infos unter tv.ORF.at/orfdrei.

Quelle: http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20141216_OTS0131/orf-iii-am-mittwoch-hochkaraetig-besetzter-live-diskussionsabend-wie-frei-ist-europa-25-jahre-fall-des-eisernen-vorhangs

Stoiber bei hart aber fair: Von Schurken und Helden – wie hat 2014 die Welt verändert?

Hier der Weltmeistertitel, da der blutige Ukraine-Konflikt – 2014 war ein Jahr zwischen Jubel und Bangen. Löw, Putin, Merkel, Hoeneß: Wer waren die Helden des Jahres, wer die Schurken? „hart aber fair“ diskutiert die Jahresbilanz 2014!

Die Sendung finden Sie hier: http://www1.wdr.de/daserste/hartaberfair/videos/videovonschurkenundheldenwiehatdieweltveraendert102.html

 

Edmund Stoiber: Ich plädiere für mehr Herz und mehr Emotionen

Neue Leute braucht das Land! Das fordert zumindest der bayrische Ex-Ministerpräsident. Die jetzigen Politiker seien ihm zu langweilig und emotionslos, wie er jetzt im Gespräch mit BUNTE verriet.

Der frühere bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber hat Mutlosigkeit in der Politik und Langeweile der politischen Debatten beklagt und für geringe Wahlbeteiligung mit verantwortlich gemacht. „Ich plädiere für mehr Herz und mehr Emotionen“, sagte der CSU-Ehrenvorsitzende im Interview der Illustrierten BUNTE: „Mir fehlt wirklich die Leidenschaft in den Debatten. Deswegen haben wir auch weniger Beteiligung an den Wahlen.“ Allerdings sei es heute auch schwieriger geworden, Klartext zu reden. „Es ist schwer, sich pointiert und leidenschaftlich auszudrücken. Eckige Typen werden leider vom Shitstorm geschliffen – oder sie werden weggepustet.“

Stoiber bedauerte, dass es kaum noch Debatten über große gesellschaftliche Prozesse gebe. „Ich vermisse diese auch in den Feuilletons“, sagte er zu BUNTE. „Wir halten wir es etwa mit Freiheit, Recht und Ordnung? Wie sicher oder bedroht ist unser Frieden? Welche Verantwortung tragen wir für die nächste Generation? Das sind wichtige Themen, da wünschte ich mir mehr Leidenschaft in der Diskussion.“ Demokratie als Staatsform basiere auf relativ kurzfristigem Denken bis zur nächsten Wahl. „Unpopuläre, aber notwendige Entscheidungen verlangen den Mut, über die Gegenwart und die nächsten Umfrageergebnisse hinaus zu denken. Den haben wenige. Aber den braucht unsere Demokratie“, so Stoiber.

Lesen Sie das ganze Interview in der neuen BUNTE 48/2014!

Quelle: http://www.bunte.de/politik/edmund-stoiber-ich-plaediere-fuer-mehr-herz-und-mehr-emotionen-110306.html

Europa frontal

Der ehemalige Ministerpräsident Edmund Stoiber diskutiert mit Ickinger Gymnasiasten über Chancen und Grenzen der EU

Von Ingrid Hügenell, Icking

Gegen Ende wird Edmund Stoiber direkt heftig – als es um die Frage geht, ob er einen EU-Beitritt der Türkei befürwortet. Bis dahin hat sich der frühere bayerische Ministerpräsident als überzeugter, leidenschaftlicher Europäer gezeigt – nun wird klar, wo die Grenzen sind. Denn die Türkei in der EU – das lehnt Stoiber strikt ab, “das würde die EU zerstören.” Zu groß seien die Defizite etwa bei der Demonstrations- und der Meinungsfreiheit. “Wenn Sie hier sagen, die bayerische Staatsregierung taugt nichts, dann können Sie das”, erklärt er der Schülerin Merlin Reithmann, die nach der Türkei gefragt hat. “Ich würde Ihnen vehement widersprechen, aber sagen dürfen Sie es.” Wer in der Türkei aber den Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan kritisiere, laufe Gefahr, ins Gefängnis zu kommen.

Braucht Europa (noch) Europa? Mit diesem Thema hat sich die Oberstufe des Ickinger Rainer-Maria-Rilke-Gymnasiums befasst und dazu hat die Schule Stoiber eingeladen. Die Veranstaltung ist Teil des Ickinger Herbstes, in dem das Gymnasium sich mit dem Ersten Weltkrieg beschäftigt. Wie Schulleiter Hans Härtl sagt, habe der Erste Weltkrieg die Menschen nicht befriedet und mit dem Zweiten Weltkrieg sei dann erneut eine Katastrophe über Europa und die Welt hereingebrochen. Die anschließende europäische Einigung, vorangetrieben von den einstigen “Erbfeinden” Deutschland und Frankreich, habe zum Frieden in Europa geführt, ergänzt Stoiber. “Als ich so alt war wie ihr, war Europa ein ungeheurer Traum”, sagt er den Schülern. Stoiber, Jahrgang 1941, berichtet, in seiner Schulzeit habe etwa die Hälfte der Schüler keinen Vater gehabt – weil diese im Krieg gefallen seien. Die “faszinierende Idee” der europäischen Einigung sei der Weg gewesen zu einem Europa ohne Krieg.

Stoiber ist nahbar, freundlich, offen, er hört genau zu, wenn die Schüler ihre vorbereiteten Fragen stellen – und antwortet dann gerne ausschweifend. Immerhin einer der Schüler, Michael Scheidler, hakt mehrfach nach, es entwickelt sich so etwas wie ein Dialog. Der junge Mann, der sich sehr für den Einfluss Deutschlands in der EU interessiert, spricht nach der Veranstaltung noch angeregt weiter mit dem Ministerpräsidenten a. D.. Sicher hätte Stoiber weitere Fragen bereitwillig beantwortet. Doch die eineinhalb Stunden sind zu eng getaktet, die Themen zu komplex, und Schulleiter Härtl achtet streng auf den Zeitplan – nicht alle können ihre Fragen stellen. Die Elft- und Zwölftklässler haben sich auf die Themen Migration, Schuldenkrise und Demokratiedefizit der EU vorbereitet, und eben darauf, ob die Türkei EU-Mitglied werden soll.

Leicht könnte Stoiber, der bis Oktober in Brüssel versucht hat, die Bürokratie der EU einzudämmen, sicherlich über jedes dieser Thema länger als eineinhalb Stunden diskutieren. So bleibt es weitgehend beim Frontalunterricht, und nach den Gesichtern zu schließen, sind viele der Schüler spätestens nach einer Stunde schon bei der folgenden Matheklausur, wenn nicht gar in der Pause, und nicht mehr unbedingt bei Stoiber und Europa.

Der Schüler Florentin Staudacher bedauert, dass nicht mehr diskutiert wurde, Reithmann beurteilt die Veranstaltung als sehr gut und Nikolas Lindner weist darauf hin, es passiere ja nicht jeden Tag, dass so ein wichtiger Mann an die Schule komme. “Das war aufschlussreich, hat einiges gebracht”, sagt er. Was die Schüler wohl mitnehmen: Stoibers eindringliche Aussage, dass die Lage ohne die EU und ohne den Euro für Deutschland und die Welt sehr schwierig würde.

Quelle: http://www.sueddeutsche.de/muenchen/wolfratshausen/icking-ein-leidenschaftlicher-europaeer-1.2226943

Gemeinsames Ziel in Brüssel und Berlin: weniger Bürokratie wagen

Gute Arbeit der Stoiber-Gruppe muss fortgesetzt werden.

Die hochrangige Gruppe zum Bürokratieabbau in der EU hat in sieben Jahren unter Leitung des früheren bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber über 45 Stellungnahmen eingereicht und ein Sparpotenzial von 41 Milliarden Euro aufgezeigt. Ihr Abschlussbericht wurde im Rahmen einer Konferenz zur besseren Rechtsetzung in Brüssel vorgelegt. Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), dankte Stoiber für seine erfolgreiche Arbeit: „Damit hat die Gruppe einen wesentlichen Beitrag zum Abbau von Bürokratiehürden für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) geleistet. Diese Arbeit müssen EU-Kommission, Rat und Parlament fortsetzen.“

Ausgezeichnete Idee
Als gelungenes Beispiel für den Abbau überflüssiger Bürokratie nennt der Bericht den Vorschlag, Handwerksbetriebe von der Pflicht zu befreien, digitale Fahrtenschreiber zu verwenden. Das Handwerk ist dafür 2009 von der Stoiber-Gruppe mit dem Preis für die beste Idee zum Bürokratieabbau ausgezeichnet worden. EU-Parlament und Rat folgten jedoch nicht ausreichend den ausgezeichneten Vorschlägen. Schwannecke: „Das Handwerk bleibt wachsam. Gute Ansätze zum Bürokratieabbau dürfen nicht von der Politik verwässert werden.“

Das Handwerk hat sich durch die Teilnahme an Anhörungen, mit Stellungnahmen und Gesprächen in die Arbeit der Stoiber-Gruppe eingebracht. Die spezifischen Belange von KMU vertrat in der 15-köpfigen Runde vor allem Gunilla Almgren, die Präsidentin des europäischen Handwerks- und Mittelstandsverbandes UEAPME. Frans Timmermans soll als zukünftiger EU-Vizepräsident für „Bessere Rechtsetzung“ dem Bürokratieabbau weitere wichtige Impulse verleihen. Schwannecke: „Wir hoffen, dass er an die Erfolge der Stoiber-Gruppe der vergangenen sieben Jahren an-knüpfen wird.“ Der ZDH-Generalsekretär will jedoch auch in Berlin wachsam bleiben: „Oft entsteht erst bei der Umsetzung von EU-Recht in nationales Recht jene überflüssige Bürokratie, die zu Recht beklagt wird, aber ursprünglich gar nicht vorgesehen war.”

Das ist es natürlich als positives Signal zu werten, dass man in Berlin mit dem ZDH auf einer Linie liegt. Deutlich wurde dies jüngst etwa bei der Rede des Bundesministers für Wirtschaft und Energie, Sigmar Gabriel, vor dem Nationalen Normenkontrollrat (NKR) anlässlich der Vorstellung der Halbzeitbilanz des NKR. Gabriel sagte: „Wir können beim Bürokratieabbau in Deutschland noch mehr erreichen. Die Verwaltung muss in Zukunft Treiber für Veränderungen sein.“ Viel zu selten kämen rechtliche Vereinfachungen bei den Betroffenen auch spürbar an. „Wenn Behörden digitale Anwendungen zulassen, dann sollten sie die Unternehmen aktiv unterstützen, diese neuen Möglichkeiten auch zu nutzen“, sagte der Bundeswirtschaftsminister.

Konkrete Hilfe, bitte
Zu diesem Zweck müssen etwa die abstrakt definierten Anforderungen auf das einzelne Unternehmen konkret heruntergebrochen werden. Eine unternehmensfreundliche Verwaltung müsse also konkrete Hilfe leisten können, etwa bei der Einführung der elektronischen Rechnung und dem ersetzenden Scannen. Gabriel verwies auf das Beispiel der elektronischen Rechnung und der Digitalisierung von Rechnungen. Viele Unternehmen zögerten noch, ihre papierbasierten Ablagen durch digitale Archive zu ersetzen – aus Sorge vor den Umstiegskosten oder dem Finanzamt. Zu Unrecht.

Denn die Finanzverwaltung akzeptiert seit vielen Jahren, dass Originaldokumente auf Papier durch Scannen digitalisiert werden. Nach dem Scannen kann das Original vernichtet werden, ohne dass daraus den Unternehmen Nachteile entstehen. Offensichtlich ist dies jedoch noch zu wenigen Unternehmen bekannt.

Quelle: http://www.hwk-aachen.de/index.php?id=news-detail-ansicht&tx_ttnews%5Btt_news%5D=2110&cHash=d9eed40083b713b4882f4a55d6d6dca2

Einigkeit und Recht und Freiheit!

Einigkeit und Recht und Freiheit – die Vollendung unserer Nationalhymne durch Mauerfall und Wiedervereinigung ist das größte Geschenk für unser Vaterland. Tief haben sich die Bilder des 9. November 1989 in unser kollektives Bewusstsein eingeprägt. Und wie so viele Deutsche verbinde auch ich neben der politischen Dimension ganz persönliche Erinnerungen an dieses historische Datum.

Am Tag, an dem Mauer fiel, war ich als Bayerischer Innenminister unterwegs, ausgerechnet bei der ungarischen Regierung, die durch die Öffnung des Eisernen Vorhangs einen so unermesslichen Beitrag für uns Deutsche geleistet hatte. Noch weit entfernt von Internet und Handy empfing mich mein Gesprächspartner, der ungarische Wohnungsbauminister, mit den Worten: „Ich wundere mich, dass Sie an diesem Tag kommen”.

So habe ich dann in Ungarn von diesem schier unglaublichen Ereignis erfahren.

Meine Gespräche habe ich, tief aufgewühlt, noch zu Ende geführt und bin dann angesichts der historischen Ereignisse in der Heimat zurück nach Deutschland geeilt. Am Tag danach habe ich dann an der innerdeutschen Grenze im thüringischen Sonneberg vor Tausenden gesprochen, die in einer unvergleichlichen Stimmung waren.

Die Menschen haben mich so bestürmt, dass ich auf das Auto geklettert bin und mich mit einem Megafon an sie gewandt habe. Eine solche Atmosphäre aus Euphorie einerseits sowie dem Wegfall von Zwang und Angst andererseits habe ich nie erlebt. Aber ich erinnere mich auch an die spürbare Resignation älterer Menschen, denen so bewusst geworden ist, dass der Fall der Mauer für ihr Leben und ihre Hoffnungen sehr, sehr spät kommt.

Unvergessene Momente!

Quelle: http://www.huffingtonpost.de/edmund-stoiber/einigkeit-und-recht-und-freiheit_b_6120132.html?utm_hp_ref=politik

Sendehinweis: Streit um ersten linken Ministerpräsidenten – Ist Deutschland schon so weit?

Edmund Stoiber bei Anne Will

Thema: Streit um ersten linken Ministerpräsidenten – Ist Deutschland schon so weit?

Am 05.11.2015 um 22:45 Uhr bei ARD

Bundespräsident Joachim Gauck hat 25 Jahre nach dem Mauerfall mit Blick auf die Regierungsbildung in Thüringen Zweifel geäußert, ob die Linkspartei einen Ministerpräsidenten in Deutschland stellen sollte. Ungeachtet der Zweifel des Bundespräsidenten hat sich die thüringische SPD in ihrer Mitgliederbefragung für ein rot-rot-grünes Regierungsbündnis unter der Führung von Bodo Ramelow ausgesprochen. Riskiert die SPD ihre Glaubwürdigkeit, wenn sie Ramelow im Dezember zum Ministerpräsidenten wählt? Ist der Bundespräsident mit seiner Stellungnahme über die Regierungsbildung in Thüringen zu weit gegangen? Und ist die Debatte, ob die DDR ein Unrechtsstaat war, ein gewichtiges Argument gegen einen linken Ministerpräsidenten oder vielmehr westdeutsche Selbstgefälligkeit?  | mehr

Quelle: http://daserste.ndr.de/annewill/